Giellas Wandel von der Wundertüte zum profilierten Kandidaten

KOMMENTAR ⋅ Der parteilose Wolfgang Giella konnte im ersten Wahlgang zur Ersatzwahl des Gossauer Stadtpräsidiums am meisten Stimmen auf sich vereinen. Giella hat vieles richtig gemacht, sein Gegner Daniel Lehmann hingegen hätte mit der Wählerbasis der CVP und seiner Bekanntheit mehr herausholen müssen, schreibt Sebastian Schneider in seinem Kommentar.
26. November 2017, 19:08
Mit dem Resultat kann Daniel Lehmann nicht zufrieden sein. Mit der Wählerbasis der CVP und seiner Bekanntheit hätte mehr herausschauen müssen. Das Resultat zeigt, dass die Vorbehalte in Teilen der Bevölkerung ihm gegenüber nicht zu unterschätzen sind. Andrerseits zeigt der erste Wahlgang, dass Wolfgang Giella einen guten Wahlkampf geführt hat. Wer bei Null startet und gar einen Vorsprung herausholt, der hat vieles richtig gemacht. Auch die relativ wenigen Proteststimmen zeigen, dass sich Giella von einer Wundertüte zu einem profilierten Kandidaten gemausert hat.

Wolfgang Giella ist die Lust auf den zweiten Wahlgang anzusehen. Bei Daniel Lehmann wird das Umfeld und die Partei noch mitreden wollen. Den Kandidaten aber noch rasch auszutauschen, ist nicht ratsam. Während der Adventszeit und im Januarloch lässt sich kaum ein neuer Kandidat aufbauen. Die CVP hat vielleicht nicht die besten Karten in der Hand, aber schieben geht nicht mehr. Wie es beim Jassen heisst, ist sie jetzt «im Loch» und muss die zweite Runde spielen. Davor muss sie sich aber nicht fürchten. Nicht zuletzt, weil es mit über 57 Prozent Nichtwählern noch einige verdeckte Karten gibt. 

Sebastian Schneider
sebastian.schneider@tagblatt.ch 

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