Das Restaurant Ochsen hat einen neuen Pächter

NACHFOLGER ⋅ Nachdem der ehemalige Pächter des «La Piazza» beim Ochsen-Kreisel abgehauen ist, führt neu Erich Hug das Restaurant unter dem Namen «Hug’s Ochsen». Damit erfüllt er sich einen weiteren Lebenstraum.
04. Dezember 2017, 14:37
Raphaela Roth
Der gebürtige St. Galler sprudelt nur so vor Energie. Die braucht er auch. Denn Erich Hug führt das Restaurant Ochsen neu unter dem Namen «Hug’s Ochsen» praktisch im Alleingang. Während die Servicekraft Gäste bedient, steht Hug selber in der Küche. Lediglich am Wochenende kommt ihm eine zweite Köchin zu Hilfe.

«Nach 30 Jahren im Gastgewerbe wollte ich etwas eigenes auf die Beine stellen», sagt Hug. Seine Lehre hat er als Koch gemacht. Später hat er an der Fachhochschule das Diplom zum Gastronomiekoch sowie zum Detailhandelsspezialist erlangt. Zehn Jahre lang hat er sein Wissen als Leiter des Migros Restaurant in Altstätten unter Beweis gestellt.
 

Übersichtliche Karte, dafür frische Gerichte

 «Dass ich dieses Restaurant bekommen habe, kann kein Zufall gewesen sein», sagt er lächelnd. Denn der vormalige Pächter verschwand im Juli in Nacht und Nebel nach Italien. Dem Inhaber Fredi Brändle hinterliess dieser mehrere unbezahlte Monatsmieten.  Seither hat keiner von den beiden, etwas vom ehemaligen Pächter gehört. «Soweit ich weiss, hat sich der nicht mehr gemeldet. Aber ich interessiere mich auch nicht für Vergangenes», sagt Hug. Er blicke jetzt in die Zukunft und setze sein eigenes Konzept um. 

Den Gästen soll stets frisch gekochtes Essen auf den Tisch kommen: «Ich habe keine zehnseitige Karte. Dafür koche ich jedes einzelne Gericht frisch und mit saisonalen Zutaten.» Für ihn gebe es nichts Schlimmeres, als halbherzig aufgetischte Tiefkühlprodukte oder Gemüse aus dem Steamer. Die Zutaten bezieht er direkt aus der Region. So stammt zum Beispiel das Fleisch auch von der Ochsen-Metzgerei, gleich nebenan. Durch den «Front-Cooking»-Grill kann der Gast zusehen, wie sein Rindsfilet zubereitet wird.  

Nebst gutbürgerlichen Gerichten, wie Bratwurst und Rindsburger, gibt es jeden Mittag und Abend ein Menü für Vegetarier. «In Zukunft werde ich aber fleischlose Gerichte auf die Karte nehmen». In nächster Zeit sollen die Kunden auch per Webseite ihr Essen vorbestellen und abholen können: «Heute hat es die Gesellschaft ja immer eiliger», sagt Hug. Mit der Zeit geht Erich Hug auch in Sachen Einrichtung. War früher alles in Beigetönen gehalten, dominieren nun Kupfer und Schwarz. Dass Erich Hug nichts dem Zufall überlässt, merkt man sofort, wenn er von seinen Ideen erzählt: «Die Wand ist beschriftbar. So kann ich immer das Tagesmenü direkt an die ‹Wandtafel› schreiben». Er sei ein wenig detailversessen, sagt er von sich selbst. So habe er die Visitenkarten bewusst mit einer kupferfarbenen Prägung machen lassen – passend zur Inneneinrichtung.

Davon, dass der «Ochsen» einen neuen Pächter hat, haben auch die Vereine Wind bekommen: «Es freut mich, dass zum Beispiel der Turnverein, der Männerchor und die Stadtmusik ihre Treffen hier veranstalten.» Sogar Gemeindepräsident Brühwiler und sein möglicher Nachfolger Wolfgang Giella haben dem Lokal schon einen Besuch abgestattet. 

«Ein eigenes Restaurant und einen Fernsehauftritt habe ich mir schon immer gewünscht», sagt der begnadete Tänzer. Den Auftritt im Fernsehen hatte er mit seiner Breakdance-Gruppe «Electric Dolls», als er mit ihr den kleinen Prix Walo abräumte. Und mit «Hug’s Ochsen» erfüllte er sich auch den Traum vom eigenen Restaurant. Denn Erich Hug weiss: «Wenn ich etwas wirklich will, dann schaffe ich es auch.» 

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