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Tagblatt Online, 23. Februar 2012 02:06:00

Viel Sichtbeton und Eichenholz

Fachhochschule St. Gallen Zoom

Die zukünftige Bibliothek, der Lichthof über der Eingangshalle und die Parkgarage mit 320 Parkplätzen haben Gestalt angenommen. Im Sommer 2013 sollen die Studierenden einziehen. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

ST.GALLEN. Der Rohbau der neuen Fachhochschule hinter dem Hauptbahnhof St. Gallen ist fertiggestellt. Voraussichtlich im Sommer 2013, ein Jahr später als ursprünglich geplant, werden die Studierenden einziehen.

KATRIN MEIER

Ausser dem Pult und vier Stühlen im Hörsaal weist noch nicht viel auf eine Bildungsstätte hin. Spanplatten bilden die Decke der Eingangshalle, die später verglast wird. Kabel liegen herum, Bauschutt. Durch die Fenster der künftigen Cafeteria strömen Sonnenstrahlen freundlich ins Erdgeschoss des Neubaus der Fachhochschule St. Gallen (FHS). «Die Cafeteria könnte abends auch als öffentliche Bar genutzt werden.» Die Erklärungen von Architekt Lorenzo Giuliani hauchen der Baustelle etwas Leben ein. Der Rohbau ist fertig, am Dienstag war Aufrichtfeier.

Das Erdgeschoss mit den beiden Hörsälen, dem Foyer, der Mensa und der Cafeteria wird zum Tummelplatz für die Studierenden werden. Die vier Obergeschosse des Sockelbaus bieten Platz für Unterrichtsräume. Rechts und links neben dem Turm bleibt jeweils ein Lichthof frei. Die Bibliothek dehnt sich über die vier Geschosse rund um den einen Lichthof aus. Die Arbeitsplätze lassen den Blick frei nach oben, zum 67 Meter hohen Turm. Dort werden die Büros der Mitarbeitenden eingerichtet.

Ein Jahr Verspätung

Im siebten Stock zeigt Giuliani ein Sitzungszimmer. Neben dem Sichtbeton am Boden und an der Decke wurden vorwiegend Naturmaterialien verwendet, viel Eichenholz. Dominierend aber ist die Aussicht. Der Post- und der Rathausturm scheinen zum Greifen nah. Im 17. Stock wird in Zukunft auch Sebastian Wörwag, Rektor der FHS arbeiten. «Ich freue mich, das schöne Gebäude bald nutzen zu können.» Weil der Umzug in den Semesterferien stattfinden muss, fasst Wörwag als Einzugstermin den Sommer 2013 ins Auge. Ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Ab 2014/15 wieder Platzmangel

Der schwierige Bauuntergrund und die langen Winter während der zweieinhalbjährigen Bauzeit haben die Arbeiten verzögert. Länger als erwartet dauerten die Arbeiten am öffentlichen Parkhaus in den vier Untergeschossen und damit an der Stabilisierung des Turms darüber.

«Wir bedauern die Verzögerungen», sagt Willi Haag, Vorsteher des Baudepartements, «rechnen aber damit, das Gebäude Ende 2012 übergeben zu können.» Danach würden noch individuelle Anpassungen vorgenommen.

Wenn Studierende und Professoren eingezogen sind, wird es aber bald wieder eng in den Hörsälen. «Sofern wir weiter wachsen, könnten die Platzverhältnisse ab dem Schuljahr 2014/15 knapp werden», sagt Wörwag. Sofern ein Platzmangel bestehen würde, müsste dieser mit Mietobjekten aufgefangen werden, sagt Bildungschef Stefan Kölliker: «Zuerst sind wir dankbar, dass wir die vielen Standorte aufgeben und der Fachhochschule mit einem eigenen Gebäude ein Gesicht geben können.» Bevor weiter ausgebaut würde, müssten Massnahmen getroffen werden, um das Wachstum der FHS zu kontrollieren.





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