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Tagblatt Online, 14. September 2012, 06:16 Uhr

Variante drei zur Lehrerentlastung

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Ruedi Blumer (Bild: Ralph Ribi)

ST.GALLEN. Die vorberatende Kommission des Kantonsrates besteht darauf, dass die Entlastung der Lehrer kostenneutral erfolgen muss. Sie stellt eine Variante mit linearer Abstufung zur Diskussion.

SILVAN LÜCHINGER

Dass die St. Galler Volksschullehrer entlastet werden sollen, ist grundsätzlich unbestritten. Ein Vollpensum wird demnach neu 27 statt wie bisher 28 Lektionen pro Woche umfassen. Diesem Grundsatz hat der Kantonsrat bereits im vergangenen Februar zugestimmt. In eine neue Verhandlungsrunde geschickt wurde hingegen die Frage, wie und in welchem Umfang Lehrkräfte mit Teilpensen entlastet werden sollen.

Umstrittener Mehraufwand

Die ursprüngliche Absicht, die Pensumsreduktion auf Lehrer mit Vollzeitstellen zu beschränken, hatte vehemente Proteste des kantonalen Lehrerverbands ausgelöst. Sie gipfelten im Aufruf des Verbandsvorstandes, Bildungschef Stefan Kölliker (SVP) nicht wiederzuwählen.

Als Ergebnis der neuen Verhandlungen legte die Regierung ein Modell vor, mit dem auch Lehrkräfte ab einem halben Pensum in den Genuss einer Entlastung kämen. Ein Teil der Mehrkosten könnte durch einen Abbau der Lektionenzahl für die Schüler aufgefangen werden. Unter dem Strich verbliebe dennoch ein Mehraufwand: 1,2 Millionen für den Kanton, 3,6 Millionen für die Gemeinden.

Kompetenz der Regierung

Die vorberatende Kommission des Kantonsrates unter Leitung von Ruedi Blumer (SP) kommt nun zum Schluss: Entlastung für Teilzeitlehrer ja, aber nur unter Wahrung der Kostenneutralität. Konkret schlägt die Kommission vor, dass Lehrkräfte ab einem halben Pensum linear abgestuft entlastet werden. Wie diese Abstufung gegliedert sein soll, sagt die Kommission nicht. «Das liegt in der Kompetenz von Regierung und Erziehungsrat, und das soll auch so bleiben», betont Ruedi Blumer.

Um die Kostenneutralität einzuhalten, verlangt aber auch dieses Modell einen Abbau der Lektionenzahl für die Schüler. Erziehungschef Stefan Kölliker erachtet die Streichung von acht Jahreswochenlektionen als Maximum. Blumer lässt durchblicken, dass die Mehrheit der Kommission – wie der Lehrerverband auch – eine Kürzung um elf Schulstunden für verträglich hält. Der Kantonsrat diskutiert das Geschäft übernächste Woche.



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