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Tagblatt Online, 25. Juni 2012, 21:36 Uhr

Nur die Südländer feiern

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Fahnenstangen dürfen nicht aus den fahrenden Autos gehalten werden. (Bild: Keystone)

Die Euro 2012 war bisher aus Sicht der Ostschweizer Polizeikorps friedlich. Trotz hupender Fans und Autokorsos mussten kaum Bussen verteilt werden. Es ist erst zu einem Zwischenfall gekommen.

René Rödiger

28 Spiele, 28 Gründe zu feiern. Zumindest für die Fans der siegreichen Teams an der Euro 2012. Nicht gerade Grund zum Feiern haben die Ostschweizer Polizeikorps. Aber immerhin können sie zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Fussball-Europameisterschaft sein. Die Fans haben sich an die Regel, dass bis eine Stunde nach Spielschluss auf öffentlichem Grund gefeiert werden darf, gehalten.
 
«Beim Viertelfinal zwischen England und Italien war bisher am meisten los», sagt Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Die Italiener hätten den Sieg vor allem in Kreuzlingen gefeiert. Grössere Zwischenfälle habe es aber keine gegeben. Bisher sei das ganze Turnier aus Sicht der Kantonspolizei Thurgau eher ruhig verlaufen.
 
Für Theler ist dafür die klare Linie der Polizei verantwortlich: «Wir haben die Regeln vorher bekannt gegeben und diese dann auch nicht geändert. Wie beim Fussball.»
 
Polizistin verletzt
Auch sein Kollege bei der Kantonspolizei St.Gallen, Hans Peter Eugster, spricht von einer ruhigen Europameisterschaft: «Wir hatten einige Anrufe und Einsätze. Viele Bussen mussten wir aber noch nicht verteilen.» Einzig in Wil kam es zu einem nennenswerten Zwischenfall: Eine Polizistin wurde nach dem Spiel Italien gegen Irland (2:0) verletzt. Feiernde Fans zündeten pyrotechnische Gegenstände und die Mitarbeiterin der Polizei, die den Verkehr regelte, erlitt durch einen Knallkörper Verletzungen im Ohr.
 
«Allgemein feiern südländische Gruppierungen emotionaler», sagt Eugster. Von den Deutschen sei bisher noch wenig zu hören gewesen. Das war auch in der St.Galler Innenstadt der Fall, bestätigt Benjamin Lütolf, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. Er vermutet, dass die Deutschen eher unter sich feiern.
 
Verkehrsregeln missachtet
Lütolfs bisherige Euro-Bilanz: «Einige Bussen und zwei Mal den Marktplatz absperren. Alles im Rahmen des Erwarteten.» Die Fans hielten sich manchmal in ihrer grossen Euphorie nicht mehr an die allgemeinen Vorschriften im Strassenverkehr: «Auch während der Euro gilt: Keine Fahnenstangen aus dem Fenster und Sicherheitsgurte müssen auch beim Feiern getragen werden.»
 
Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wurden bisher noch keine Zwischenfälle gemeldet, sagt Kapo-Mediensprecher Ueli Frischknecht. Allgemein hat er das Gefühl, dass die Euro-Euphorie in diesem Jahr fehlt. «Das liegt vielleicht daran, dass die Schweiz nicht dabei ist.»
 
In einem Punkt sind sich alle Mediensprecher der Kantonspolizeien einig: Sollte eine andere Mannschaft als die Deutschen den Final vom Sonntag gewinnen, dann wird noch einmal kräftig gefeiert. Friedlich.

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