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Tagblatt Online, 2. Juli 2012, 06:50 Uhr

Im Schatten hängen

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Das Openair St. Gallen im Sittertobel. Hitze, Heiss, Wasser, Abkühlung. Schattenplätze (Bild: Coralie Wenger)


St.Gallen. Schweissnasse Haare, klebrige Haut, knallrote Köpfe. Und so wenig Kleidung wie nötig. Bevor die Temperaturen gestern sanken, heizt die Sonne dem Sittertobel am OpenAir erbarmungslos ein. Alles lechzt nach Abkühlung. Nach Schatten, Wasser, Eis. Die einen versuchen, durch Geplansche in der Sitter einen kühlen Kopf zu bekommen – eine Gruppe Männer ziemlich weit oben am Fluss gänzlich unbekleidet. Und gänzlich unbeeindruckt von dem Gekicher einiger Mädchen. Andere liefern sich wilde Wasserschlachten mit Pistolen, Ballonen und Eimern. Vor dem Eiswürfel-Verkaufsstand stehen sich die Festivalbesucher die beturnschuhten und beflip-flopten Füsse in den Bauch. «Alkohol trinken bringt jetzt überhaupt nichts», fährt dort eine 20-Jährige ihre Kollegin an, die mit einem Becher Bier in Schneckentempo auf sie zuwankt. «Den schwitzt du raus, bevor er im Blut ist.» Wer – anders als die beiden – einen Schattenplatz gefunden hat, verlässt ihn so schnell nicht wieder. Und wird auch vom einen oder andern neidisch beäugt. Etwa der Mann, der wortwörtlich im Schatten herumhängt: In einer Hängematte. Oder zwei Bernerinnen, die auf einer selbstgebauten Plattform an einem Hang unter einem Militärblachen-Dach liegen. Wobei diese zwei die neidischen Blicke wohl weniger ihrem Schattenplatz als vielmehr ihrer exquisiten Aussicht verdanken: Sie sehen über die Köpfe und Zelte hinweg direkt auf die Hauptbühne. (mke)



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