Eine neue rechte Partei – rechts der SVP

23. Juli 2012, 06:46

St.Gallen. Wenn es nach den Initianten geht, mischt in der nationalen Politik bald eine neue rechte Partei mit: die Direktdemokratische Partei Schweiz (DPS). So soll sie heissen und kommendes Wochenende in St. Gallen gegründet werden. Das hat «Der Sonntag» vermeldet.

«Moderner Nationalismus»

Initiant der neuen Partei ist der 28jährige Ignaz Bearth-Holdener. Der Uzwiler ist kein unbeschriebenes Blatt. Er hatte in früheren Jahren der Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) angehört. Und er soll – dies laut der Wochenzeitung (WOZ) und der Organisation Antifa Bern – auf verschiedenen rechtsextremen Foren aktiv gewesen sein und mehrere Neonazi-Veranstaltungen in der Schweiz und im Ausland besucht haben. Bearth mochte, im Frühsommer darauf angesprochen, nicht näher darauf eingehen (Ausgaben vom 6. und 16. Juni).

Er kämpfe für einen «modernen Nationalismus» und gegen die «Systemparteien», schreibt Bearth auf Facebook. Seine Strategie sei es, die Hardliner der SVP für sich zu gewinnen. «Unsere Zielgruppe sind Hardliner, Patrioten. Wir werden uns rechts von der SVP positionieren», zitiert ihn «Der Sonntag». Ausserdem suche er die Zusammenarbeit mit europäischen Rechtsparteien wie der FPÖ, der Lega Nord und dem Front National.

SVP-Mitglieder im Vorstand?

Im Vorstand der neuen Direktdemokratischen Partei Schweiz sollen auch zwei aktive Mitglieder der St. Galler SVP Einsitz nehmen. Die Partei habe davon Kenntnis und den beiden umgehend einen Brief geschrieben, sagt SVP-Präsident Herbert Huser. Was stand im Schreiben? «Wir wiesen sie darauf hin, dass es nicht angeht, in zwei Parteien Mitglied zu sein», sagt Huser, «entweder gehören sie der SVP an oder einer anderen Partei.» Eine Reaktion hat Huser – er kennt die beiden persönlich nicht – bislang nicht erhalten. Doch für ihn ist klar: Treten die beiden am Wochenende der neuen Partei bei – «so schliessen wir sie aus».

Wie früher bereits Bearth? Huser hält einmal mehr fest: «Der Mann war nie Mitglied unserer Partei.» Er habe sich wohl für eine Mitgliedschaft interessiert – «doch er hat nie einen Beitrag bezahlt». Bearth hatte stets entgegengehalten, er sei sehr wohl SVP-Mitglied gewesen. Im Frühsommer, nach all den Diskussionen um seine Person, liess er Huser dann wissen, er sei nun ausgetreten. (rw)


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