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Tagblatt Online, 1. Juli 2012, 15:15 Uhr

167'000 Liter Bier, 92'000 Liter Mineral

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Kampf gegen die Hitze: Ein OpenAir-Besucher lässt sich abkühlen. (Bild: Coralie Wenger)

ST.GALLEN. Das OpenAir 2012 wird als eins der ganz heissen in Erinnerung bleiben. 30'000 Fans kamen zum Grossanlass ins Sittertobel. Mediensprecherin Sabine Bianchi über Notfälle wegen der Hitze, feurige Konzerte und Kritik am Handynetz.


Frau Bianchi, sind Sie auch froh, dass es nach heissen OpenAir-Tagen auf den Sonntag hin etwas abgekühlt hat?
Sabine Bianchi: Ja, auf jeden Fall. Vor allem aber sind wir erleichtert, dass das OpenAir vom Sturm und dem Hagel verschont worden ist, den es anderswo gegeben hat.
 
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Sabine Bianchi
(Bild: pd)


Stichwort Hitze: Gab es viele Musikfans, die deswegen versorgt werden mussten?
Bianchi: Die meisten Leute waren vernünftig, haben viel Mineral getrunken und sich immer wieder im Schatten aufgehalten. Es gab aber einige Personen, die betreut werden mussten.
 
Wie viele?
Bianchi: Das wissen wir nicht genau. Insgesamt hat die Sanität rund 2000 Fälle registriert – sie zählte beispielsweise aber bereits die Abgabe eines Pflasters.
 

Bilderstrecke: OpenAir St.Gallen: Die Besucher

Am Donnerstag öffnete das OpenAir St.Gallen seine Gittertore für 20'000 Nachtschwärmer, ab Freitag werden täglich 30'000 Besucherinnen und Besucher auf dem Gelände an der Sitter zelten, Musik hören - und natürlich feiern.


Inwieweit hat sich die Hitze beim Getränkeverkauf bemerkbar gemacht?
Bianchi: Stark. Es wurden über 167'000 Liter Bier und über 92'000 Liter Mineral abgesetzt. Soweit wir das bisher beurteilen können, ist das ein Rekord.
 
Dieses Jahr erhielten 20'000 statt wie im vergangenen Jahr 15'000 Nachtschwärmer schon am Donnerstag Einlass ins Gelände. Es musste drei Stunden früher als geplant geöffnet werden, weil die Leute bereits bis zur Zürcher Strasse hinauf anstanden. Wurden zu viele Nachtschwärmer-Tickets abgegeben?
Bianchi: Nein. Die Schlange reicht jedes Jahr bis zur Zürcher Strasse hinauf. Die Leute stehen halt nicht dicht an dicht gedrängt an, und das wollen wir auch nicht. 20'000 Nachtschwärmer-Tickets mag es sicher leiden, zumal wir auch letztes Jahr das Gelände vorzeitig geöffnet haben – zwei Stunden früher als geplant.
 
Im vergangenen Jahr berichteten Sie von nächtlichem Radau und Vandalismus an Zelten. Wie sah es dieses Mal aus?
Bianchi: Es war ruhiger als im vergangenen Jahr. Klar gab es wieder einige, die des Areals verwiesen werden mussten, aber insgesamt war die Atmosphäre ruhig und entspannt.
 
Achtet das OpenAir darauf, dass Leute im Folgejahr keinen Einlass mehr erhalten, die einmal weggewiesen worden sind?
Bianchi: Das ist schwierig zu bewerkstelligen, weil wir keine personalisierten Tickets haben.
 

Bilderstrecke: OpenAir St.Gallen: Die Bands

Die besten Konzerte, die schrägsten Posen und die wildesten Musiker und Musikerinnen am OpenAir St.Gallen. (Bilder: Benjamin Manser)


Welche musikalische Bilanz ziehen Sie?
Bianchi: Wir haben ein tolles OpenAir erlebt. Besonders aufgefallen sind Florence & The Machine oder Paul Kalkbrenner, bei dem es eine regelrechte Technoparty gab. Herausgeragt sind natürlich auch die Toten Hosen. Zudem wussten Deadmau5 zu gefallen – und auch Stress, der es versteht, das Publikum in seinen Bann zu ziehen.
 
Es gab viele Klagen über das schlechte Handynetz…
Bianchi: Ja, ich war ebenfalls davon betroffen. Wir hatten eine zusätzliche Antenne. Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob sie nicht richtig funktioniert hat oder ob es sonst an etwas lag. Wir werden das für das nächste OpenAir sicher anschauen müssen.
 
Geärgert haben sich einige auch, weil sie ihre grünen Depotjetons für Becher oder Teller dieses Jahr nicht mehr einlösen konnten – die neuen sind rot…
Bianchi: Diese Jetons sind nicht zum Aufbewahren fürs nächste Jahr gedacht, sondern zum Einlösen. Die grünen Jetons hatten wir jahrelang benutzt. Weil wir mittlerweile zu wenige von ihnen hatten, mussten wir nun neue produzieren. Und mit zwei Jetonarten zu arbeiten ist nicht praktikabel.
 

Bilderstrecke: Das OpenAir aus der Luft

Erst aus der Luft wird deutlich, wie gross das OpenAir St.Gallen wirklich ist. Bilder aus der Vogelperspektive von Tagblatt-Fotograf Hanspeter Schiess. (Bilder: Hanspeter Schiess)


Wie sah es in Sachen Diebstähle auf dem Areal aus?
Bianchi: Es gab solche, aber weniger als im vergangenen Jahr. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurden einige Übeltäter erwischt und der Polizei übergeben.
 
Im vergangenen Jahr konnten Sie zum Abschluss des OpenAirs mit der Nachricht aufwarten, dass die Toten Hosen für 2012 verpflichtet werden konnten. Mit welchem Top-Act können Sie nächstes Jahr aufwarten?
Bianchi: Das wissen wir noch nicht. Letztes Jahr war es eine glückliche Fügung, dass die Verpflichtung der Toten Hosen noch vor dem Festival geklappt hatte. Wir sind aber bereits in Verhandlungen mit Bands im Hinblick auf das nächste Jahr und hoffen, dass wir einiges bereits in der nächsten Zeit kommunizieren können.

Interview: Daniel Walt

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