Tagblatt Online, 31. August 2009 01:00:55
Ein Potpourri des Chorgesangs
Vier Gemischte Chöre gemeinsam: Eine der Grossformationen mit den Gemischten Chören Bühler, Rehetobel, Speicherschwendi und Wald auf der Aulabühne der Kanti. (Bild: Bild: Marina Basista)
Gelungene Experimente beim Grosskonzert aus Anlass des 185jährigen Bestehens des Appenzellischen Chorverbandes an der Kanti Trogen. Vertreter beider Kantone glauben an die Zukunft des Singens in Chören.
Hanspeter Strebel
Trogen. Rund 450 Sängerinnen und Sänger präsentierten sich am Samstagabend beim Geburtstagskonzert auf der Aulabühne der Kantonsschule. Dies teilweise in aus vier Chören zusammengesetzten Formationen, ja zum Finale sogar in einem Gesamtchor.
Das Publikum war begeistert, besonders auch vom erfrischenden Auftritt des Kanti-Chores, vorab im Flying-Picket-Stück «Only you», das Dirigent Jörg Surber selber den Mitwirkenden auf den Leib arrangiert hatte. Damit war auch dokumentiert, dass das Singen auch in der jungen Generation durchaus gepflegt wird.
Allerdings dominierten bei den herkömmlichen Chören schon eher ältere Semester.
Auf die Nachwuchssorgen gingen auch die beiden Festredner, der Ausserrhoder Kulturdirektor Jürg Wernli und der Innerrhoder Landeshauptmann Lorenz Koller, ein, wobei Kantonalpräsident Christa Berger mit Landammann Jakob Brunnschweiler und dem privat anwesenden Hans Diem noch zwei weitere Ausserrhoder Regierungsmitglieder begrüssen konnte.
Wernli zeigte sich etwas erstaunt, dass man einen nur «halbrunden» Geburtstag so aufwendig feiere, auch wenn Christa Berger die Erklärung geliefert hatte, die Appenzeller seien halt schon immer etwas anders gewesen und hätten ihren eigenen Kopf. Wernli mutmasste, vielleicht glaube man nicht richtig daran, das 200-Jahr-Jubiläum noch begehen zu können. Eine derartige Angst sei aber angesichts dessen, was er hier in der Kanti-Aula erlebe, fehl am Platz.
Das Appenzeller Chorwesen zeige sich «voll im Saft», und das «freche Programm» sei Beweis, dass man mit Experimentierfreudigkeit kräftig Gegensteuer gegen die durchaus existierenden Nachwuchsschwierigkeiten gebe. Es sei offenbar «auch wieder sexy», in einem Chor mitzusingen.
Ähnliche Zuversicht zeigte der Innerrhoder Amtskollege Lorenz Koller, der als OK-Präsident die Gelegenheit nutzte, Werbung für das nächste Kantonale Gesangsfest zu machen, das im Herbst 2010 in Appenzell stattfindet. Er freue sich schon auf das Sexy-Fest.
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