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Tagblatt Online, 10. Juli 2012, 01:35 Uhr

Sich ohne die Sporen verstehen

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Janic Mantel mit einem seiner Pferde, dem Schimmel Baldini. (Bild: tz)

REITSPORT. Das Reiten ist die Leidenschaft des Herisauers Janic Mantel. Mit einem seiner Pferde, dem Schimmel Baldini, führt er die Rangliste bei den OKV-Junioren an. Zwischen Reiter und Pferd braucht es ein tiefes Verständnis, um Erfolg zu haben.

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Die Pferde Baldini und Armanie sind in zwei nebeneinander liegenden Boxen im Stall Ahorn in St. Josefen untergebracht. Für das Foto posiert Baldini, er ist frisch geputzt. Die Pferde sind in Familienbesitz, auf Turnieren werden sie hauptsächlich von Janic Mantel und seiner Schwester Patrizia geritten. Mit Baldini ist der 17jährige Herisauer, Janic Mantel, Führender bei den OKV-Junioren (Verband Ostschweizer Kavallerie- und Reitvereine). Die besten drei OKV-Junioren qualifizieren sich für den Final. «Wir sind voll auf Kurs», sagt das junge Reittalent, das dieses Jahr schon siebenmal als Erster auf dem Podest stand. Am CSIO in St. Gallen wurde er als jüngster Teilnehmer fehlerloser Sechster.

Das Pferd verstehen

Janic Mantel verbindet viel mit «seinen» Pferden. Er kennt jede Eigenheit von ihnen, kann aufgrund ihrer Bewegungen und Körperhaltungen die Stimmung deuten, und er sagt: «Armanie und Baldini sind grundverschieden.» Mit Armanie trainiert er erst etwas länger als ein Jahr. «So lange braucht es ungefähr, bis sich der Reiter und das Pferd verstehen», sagt der Vater Roger Mantel. Die intensive Annäherungsphase trägt nun langsam Früchte. «Wir fangen an, gute Klassierungen zu machen», sagt Janic Mantel. Bis solche Resultate möglich sind, braucht es weit mehr als Training. Die Auswahl des Pferdes ist ein langwieriger Prozess und erfordert viel «Pferdewissen», sagt Roger Mantel. Ein Pferd ist eine Investition, und diese will gut überlegt sein. «Wir mussten eines finden, das für Patrizia und Janic passt, es musste bereits trainiert sein und das gewisse Etwas haben», zählt er auf. «Ein Pferd ist halt kein Sportgerät», sagt Janic Mantel.

Ruhig, auch während des Sturms

Beim Gespräch überlegt Janic Mantel sorgfältig, bevor er antwortet. Er lässt sich durch Nachhaken oder rasante Themenwechsel nicht aus der Ruhe bringen, die Arme bleiben locker angewinkelt, die Finger verschränkt. «Vor dem Wettkampf ist er die Ruhe selbst. Meistens sind wir nervöser als er», erzählt Roger Mantel. Das bestätigt der junge Reiter. Vor dem Start sage er sich, entweder klappt es oder nicht. Seine Erfolge sprechen überhaupt nicht für eine derart legere Haltung; sie erzählen eine Geschichte von stundenlangem Training, grosser Leidenschaft, Disziplin und minuziöser Vorbereitung. Er relativiert seine Aussage auch gleich wieder. «Natürlich will ich gewinnen. Ich bin wohl einfach ein ruhiger Typ.» Diese Ruhe versucht er auch auf seine Pferde zu übertragen, das sei vor einem Wettkampf enorm wichtig. «Bin ich nervös, ist es auch das Tier.» Diese Taktik scheint aufzugehen, führt er die Wertung doch mit 79 Punkten Vorsprung auf die Zweitplazierte an. Es stehen nur noch drei Wettkämpfe an, an welchen ein Sieg zwischen 25 und 30 Punkten bringen kann. Roger Mantel rechnet daher fest mit der Finalteilnahme seines Sohnes am 17. November in Elgg.



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