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Tagblatt Online, 25. Juni 2012, 07:56 Uhr

49 neue Maturae und Maturi – 52 Abschiede vom Gymnasium

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Geschafft: Mit Erleichterungen nehmen die Maturae und Maturi ihre Zeugnisse aus den Händen von Emil Nisple (l.) und Ivo Bischofberger entgegen. (Bild: Bilder: Markus Fässler)

APPENZELL. Alle angetretenen Maturandinnen und Maturanden des Gymnasiums St.Antonius haben ihre Matura bestanden. Für sie gilt es Abschied zu nehmen vom Gymi – ebenso wie für Rektor Ivo Bischofberger, Präsident der Maturitätskommission Emil Nisple und Mitglied Roland Inauen.

MARKUS FÄSSLER

Wenn in Appenzell die jungen Frauen und Männer in schönen Abendkleidern und Anzug durch die Gassen marschieren, dann ist entweder Landsgemeinde oder Maturafeier am Gymnasium St. Antonius. Am Freitagabend war natürlich letzteres der Fall. 49 Schülerinnen und Schüler sind zu den Prüfungen angetreten – alle haben bestanden.

Hoher Notendurchschnitt

Wie jedes Jahr mussten sie am Freitagmorgen nochmals antreten. Am Mittag sei dann aber auch die letzte «Zitterpartie» entschieden worden, wie Emil Nisple, Präsident der Maturitätskommission, sagte. Von den 49 Absolventen haben zwölf im Schwerpunktfach Wirtschaft, elf in Latein, dreizehn in Physik und Anwendungen der Mathematik und dreizehn in Philosophie/Pädagogik/Psychologie abgeschlossen. Der Notendurchschnitt betrug 4,68 (2011 4,59). Spitzenleistungen erbrachten dabei Rino Vicini (5,42), Laila Bellorti (5,31) und Valentin Podolsky (5,27). Als wahres Wechselbad der Gefühle bezeichnete der scheidende Rektor Ivo Bischofberger die vergangenen Tage der Prüfungszeit. «Ihr alle habt die Matura bestanden und damit eine wichtige Etappe in eurer Studienlaufbahn abgeschlossen. Von Herzen gratuliere ich Euch zu dieser Leistung», sagte er.

Sehnsucht lehren

In seiner Ansprache griff Ivo Bischofberger auf ein Zitat von Antoine de Saint-Exupéry zurück: «Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht die Männer und Frauen zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.» Diese Metapher öffne für für die Erziehungs- und Ausbildungsverantwortlichen neue Blickfelder. Demnach entwickle sich jeder junge Mensch anders und in unterschiedlichen Phasen und Geschwindigkeiten. «Mir erscheint das Prinzip, positive Bemühungen zu unterstützen und zu belohnen, immer noch besser, als die im schulischen Alltag immer noch häufig angewendete Rotstift-Methode. Wir müssen die uns anvertrauten jungen Menschen gern haben.»

Erfolg verpflichtet

Landammann und Erziehungsdirektor Carlo Schmid-Sutter sagte in seiner Festansprache: «Es ist geschafft. Für einige war es locker, für andere sechs Jahre Kampf. Nach dem Notendurchschnitt fragt aber in Zukunft niemand mehr.» Schmid gab den Neupromovierten aber auch Ratschläge mit auf den Weg. Es sei wichtig, dass nicht jeder für sich selber schaue, sondern auch für andere. Oder um es in den Worten von alt Bundesrat Arnold Koller auszudrücken: «Wenn jeder für sich schaut, ist eben nicht für alle geschaut.» Der Erziehungsdirektor erinnerte die Maturandinnen und Maturanden daran, dass sie dank ihrer Ausbildung ein Privileg geniessen. «Erfolg verpflichtet auch. Die brillanten Köpfe der letzten Jahre durften nur für ihren eigenen Erfolg schauen. Was daraus geworden ist, sehen wir heute», so Schmid.

Abschied

Es war jedoch nicht nur der Abend der Maturandinnen und Maturanden, sondern auch der Abend von drei Abtretenden. Ivo Bischofberger hat nach elf Jahren seinen Rücktritt bekanntgegeben. Ebenso scheiden Emil Nisple nach 29jähriger Tätigkeit in der Maturitätskommission wie auch Roland Inauen nach 19 Jahren aus von ihrem Amt.



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