Tagblatt Online, 19. September 2011 01:08:09
Lebensfreude und Geborgenheit
Die Stiftung Columban feiert ihr 50jähriges Bestehen. Die Institution richtet sich am Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner mit geistig und mehrfacher Behinderung aus. Kontakte zur Bevölkerung bringen Kultur in die Räumlichkeiten.
Mea mc ghee
uRnäsch. Spiele für Jung und Alt beim Pavillon, offene Türen in Werkstätten und Wohngruppen, Auftritte von Chören, ein gemeinsames Mittagessen im Freien, Kerzenziehen und Malen, Erfahrungen im Sinnesparcours, Gespräche zwischen Gästen, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden, Pferdekutschenfahrten – der Feiertag zum 50jährigen Bestehen der Stiftung Columban beinhaltete ein abwechslungsreiches Programm. Hannes vo Wald, der in verschiedenen Rollen durchs Festprogramm führte, blieb in guter Erinnerung, wie er seinen Vater, Dorfarzt Walter Irniger, begleitete, als dieser im Kinderheim Patienten besuchte.
Den offiziellen Festakt eröffnete am Samstagvormittag ein Chor, bestehend aus Mitarbeitenden, mit den passenden Worten: «Drum öffnet eure Pforten.»
Arbeitsplatz und Begegnungsort
Gemeindepräsident Stefan Frischknecht überbrachte Grüsse und Glückwünsche der Behörden und der Bevölkerung. Er gab einen Überblick über die Geschichte der Institution und freute sich, dass sich diese mit dem 2010 eingeweihten Neubau zum Standort Urnäsch bekannt habe. Die Stiftung Columban schaffe eine für Landgemeinden unüblich hohe Zahl konjunkturresistenter Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor. Stefan Frischknecht hat mit Freude festgestellt, dass verschiedene Dorfvereine den Saal im Neubau als Veranstaltungsort nutzen. Er dankte den Verantwortlichen des Heims Columban für diese Gastfreundschaft, die wertvolle Kontakte zwischen der Bevölkerung und den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden der Institution ermögliche. Als Jubiläumsgeschenk überreichte der Gemeindepräsident Vizepräsidentin des Stiftungsrates, Renate Bishop, ein Couvert mit 500 Franken.
Hansruedi Elmer, Leiter des Amtes für Soziale Einrichtungen, überbrachte stellvertretend Grüsse der Ausserrhoder Regierung. In den vergangenen 50 Jahren, sei auf dem Areal viel Positives und Innovatives geleistet worden. Er wünschte der Stiftung Columban, dass sich diese in ihrer Werthaltung weiterhin am Wohle der Menschen ausrichte, die hier ihre Heimat haben.
Markus Notter, seit fünf Jahren Heimleiter, ist stolz auf das heutige Angebot der Stiftung Columban. Er sagte: «Die Geborgenheit und Lebensfreude, die wir versprechen, müssen wir täglich erarbeiten.» Jeder Tag sei anders, die Betreuung der Menschen mit Behinderung verlange Achtsamkeit. Nur durch genaues Beobachten könne man die Menschen verstehen und ihren Bedürfnissen gerecht werden. Auch Markus Notter sprach die Kontakte zur Bevölkerung an, sagte, die Veranstaltungen brächten Kultur ins Haus, ein wichtiger Bestandteil von Lebensfreude und Geborgenheit.
Gründerin erzählt Märchen
Mitwirkende und ein spezieller Gast war Friederike Fuchsmann, die Frau des verstorbenen Heimgründers Max Fuchsmann. Erst letztes Jahr war sie nach 47jähriger Tätigkeit für die Stiftung Columban in Pension gegangen, nun kehrte sie für das 50-Jahr-Jubiläum an ihre einstige Wirkungsstätte zurück: Sie erfreute Bewohner und Gäste als Märchenerzählerin. «Das Columban ist und war eine Bereicherung meines Lebens», sagt sie. Nie habe sie damit gerechnet, dass die Institution derart wachsen würde, dass alles derart komfortabel sein würde. Man spüre, dass die Mitarbeitenden gerne hier wirken, und dies käme den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute. Friederike Fuchsmann zum Abschluss: «Ich wünsche dem Columban, dass sich Wirtschaftliches, Geistiges und Künstlerisches in Harmonie entwickeln können.»
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