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Tagblatt Online, 24. März 2012, 01:06 Uhr

Freisinn blickt auf DML-Projekt

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An der Delegiertenversammlung der FDP AR gab es wenig abzustimmen. Viel eher interessierte der Stand der geplanten Appenzeller-Bahnen-Durchmesserlinie. (Bild: bei)

HERISAU. Wenn die Ehrung zahlreicher Persönlichkeiten im Mittelpunkt steht und das Projekt «Durchmesserlinie» (DML) thematisiert wird, dann blickt die Delegiertenversammlung der FDP Ausserrhoden auf ein gelungenes Parteijahr zurück.

BRUNO EISENHUT

Die geplante Durchmesserlinie (DML) Appenzell– St. Gallen–Trogen stand vorerst im Mittelpunkt der Delegiertenversammlung der FDP Ausserrhoden. Gleich drei Referenten standen am Donnerstagabend zum Thema Red und Antwort: Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl, Gesamtprojektleiter Josef Zuppiger und Jörg Schoch, Verwaltungsratspräsident der Appenzeller Bahnen. Letzterer dementierte bei seiner Wortmeldung die kursierende «völlig falsche» Aussage, dass das geplante Projekt 90 Millionen Franken verschlingen und letztlich zwei Minuten Fahrzeit einsparen soll.

Kein «Plan B» für die DML

Jörg Schoch griff die Grundsatzfrage auf: Wollen Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden an der ostschweizerischen Entwicklung des öffentlichen Verkehrs teilhaben? Zahlreiche Mehrwerte wie beispielsweise bessere Anbindung an den Fernverkehr, Fahrt ohne Stau ins Stadtzentrum St. Gallens oder weniger Lärm für die Anwohner rechtfertigen aus seiner Sicht die Investitionssumme von 90 Millionen allemal. Alt Kantonsrat und ehemaliger Gemeindepräsident von Teufen, Gerhard Frey, brachte die Referenten mit seiner Frage, was passieren würde, wenn einer der drei Trägerkantone (AR, AI und SG) das Projekt bachab schicken würde, leicht in Bedrängnis. Marianne Koller stellte klar: Sie hoffe, dass Ausserrhoden dem Projekt zuspreche, sollte dies nicht passieren, sei das Vorhaben gestorben. Vom Kanton St. Gallen spüre man Wohlwollen gegenüber dem Geplanten, obwohl die St. Galler betonen, dass der Projektnutzen den Appenzellern zukomme. Auch die Standeskommission von Appenzell Innerrhoden sende positive Zeichen gegenüber der DML aus, so Marianne Koller. «Letztlich befinde aber die Landsgemeinde in Innerrhoden über den Kredit. Derzeit sei für die Finanzierungsaufteilung aber kein geplant», so die Regierungsrätin. Weiter wollte Gerhard Frey wissen, ob im geplanten Investitionsvolumen eine vollumfänglich behindertengerechte Anpassung der Ein- und Aussteigeorte mitberücksichtigt sei. «Ja», sagte Projektleiter Josef Zuppiger. Die schweizerische Gesetzgebung fordere dies ohnehin bis zum Jahr 2014.

Ein Ämtli für Marianne Kleiner

Bevor die FDP-Delegation zur grossen Verabschiedungszeremonie überging, besetzte sie das Amt des Revisors neu: Der Gaiser Joachim Bühler tritt die Nachfolge von Emmanuel Anrig an. Alt Nationalrätin Marianne Kleiner wurde zur eidgenössischen Ersatzdelegierten gewählt. Ein Ämtli, dass sie gerne antrete. Schliesslich treffe sie so viele ehemalige politische Weggefährten wieder, so Kleiner.

Das grosse Händeschütteln

Präsident Hanspeter Blaser nutzte den Schluss der Versammlung, um sich von zahlreichen Parteimitgliedern zu verabschieden. So blickte er nochmals auf die politische Karriere von Marianne Kleiner zurück. Der Präsident bedankte sich im Namen der Kantonalpartei für deren Einsatz im Wissen darum, dass die Zurückgetretene kein «grosses Theater» mehr wünsche. Die abgetretenen Oberrichter Christian Nänny und Markus Binder wurden von der Parteileitung ebenfalls verabschiedet.

Ausführlich ging Ursula Weibel auf die Tätigkeit ihrer ehemaligen Fraktionskolleginnen und Fraktionskollegen im Kantonsrat ein. Simone Tischhauser, Gerhard Frey, Erich Straub, Roger Sträuli, Ulrich Seger und Ueli Schläpfer wurden von der Waldstätterin rühmlich erwähnt. Sie selber wurde von ihrer Nachfolgerin, Fraktionspräsidentin Anette Joss-Baumberger, ebenfalls in den politischen Ruhestand verabschiedet.



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
Willi1937 (23. März 2012, 17:59)
Doppelspur Teufen

Das dümmste und kurzsichstigste Projekt das ich je gesehen habe. Diese FDP Politiker sollten sich schämen und nicht jubeln. Es gibt für Teufen nur eins, einen Tunnel etwas länger oder etwas kürzer,das ist nicht so relevant.

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