Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 10. August 2012, 09:54 Uhr

«Schlampe» kostet Ausserrhoder SMS-Stalker 750 Franken

IPHONE, HANDY, NATEL, SMARTPHONE, KOMMUNIKATION, MOBILTELEFON, Zoom

Mehr als 200 SMS pro Tag schickte der 40-Jährige seiner Ehefrau. (Bild: Keystone/Symbolbild)

TROGEN. In Handschellen wurde der Beschuldigte vorgeführt. Den Gerichtssaal verliess er als freier Mann. Er hatte seine Ehefrau gestalkt und gedroht, ihren Liebhaber zu töten und Polizisten abzustechen. Das Gericht verurteilte ihn zu einer teilbedingte Freiheitsstrafe.


«Sie sind ein freier Mann. Sie können nach Hause gehen,» sagte der Präsident des Ausserrhoder Kantonsgerichts nach der Urteilsverkündung am Donnerstagabend zum 40-jährigen Angeklagten. Der Mann wurde unter anderem wegen mehrfacher Drohung, Nötigung, sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten verurteilt. «Mit Drohungen lässt sich nicht spassen», mahnte der Gerichtspräsident.

Sechs Monate werden bedingt aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren. Dazu kommen eine Geldstrafe von 750 Franken wegen Beschimpfung - er nannte seine Frau eine «verdammte Schlampe» - und eine Busse von 300 Franken wegen Telefonmissbrauchs.

Er muss sich einer ambulanten Therapie unterziehen. Die Sicherheitshaft wurde sofort aufgehoben. Rund 14 Tage muss er noch absitzen - in Halbgefangenschaft. Das war nur möglich, weil er eine Arbeitsstelle hat. Sein Arbeitgeber erklärt im Gerichtssaal: «Ich würde ihn am liebsten schon morgen wieder einstellen.»

Der Mann sass seit Februar in Gmünden in Teufen in Sicherheitshaft: «Allein in der Zelle, schlafen und fernsehen», schilderte er seinen Tag. Auf die Frage des Richters, wie es ihm gehe, antwortete er: «Wir können ja tauschen, dann sehen Sie's.»

Mit dem Tod bedroht
Vor einem Jahr hatte ihn seine Frau mit dem sechsjährigen Sohn verlassen. Darauf unternahm der Mann einen Suizidversuch und liess sich im psychiatrischen Zentrum Herisau behandeln. Von dort bombardierte er seine Frau mit SMS, in denen er ihrem Liebhaber mit dem Tod drohte. An einem Tag waren es 200 SMS, wie der Staatsanwalt sagte. Als ihm die Frau den Sohn fürs Besuchswochenende übergab, folgte er ihr in seinem Wagen.

Verurteilter wollte sein Kind sehen
Er wollte herausfinden, wo das Kind und die Frau mit deren Liebhaber wohnten. Die Verfolgte liess sich von der Polizei lotsen, bis diese den Verfolger aufhalten konnte. Der Mann war geständig, bestritt aber, seine Frau in Angst und Schrecken versetzt zu haben. Er habe die Drohungen nicht ernst gemeint: «Das war Scheisse,» gab er zu Protokoll. Die Frau habe ihm seinen Sohn vorenthalten. Er habe nur sein Kind sehen wollen, sagte der Mann vor Gericht.

Dramatische Verhaftung
In einer Einvernahme sagte er, er verstehe Leute, die Amokläufe begingen. Die Polizei schätzte das Gefährdungspotential sehr hoch ein. Der Mann wurde verhaftet. Das war allerdings nicht einfach: Mehrere Polizisten sollten ihn festnehmen; da er nicht zu Hause war, nahmen sie eine Hausdurchsuchung vor. Er platzte hinein - und rastete aus: Er drohte den Polizisten, sie «abzustechen».

Von vier Polizisten wurde er auf dem Boden fixiert und in Handschellen gelegt. Dagegen wehrte er sich heftig und nannte die Polizisten «Kinder-Ficker». Im Gefängnis zündete er einen Pullover an. Er habe sich umbringen wollen, sagte er zuerst, dann: Er habe gemeint, er werde entlassen, wenn er die Zelle unbrauchbar mache. (sda)

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
2 Beiträge
unangan (11. August 2012, 22:25)
warum...!!!..

werden "männliche einschränkende Lebenserfahrungen" hier im St.Galler-Online nicht veröffentlicht...???...
"X-Mann" hat eigene Erfahrungen mit "Frauen" die geschützt "X-Mann" bis zur "Weissglut" ausreizen darf.
Nur... der "Ausgereizte" wird erfasst... und gelegentlich und unmissverständlich verurteilt.
Doch... was ist mit dem weiblichen "Geschlecht"...???..
Eine empirische Untersuchung der "Vorgänge" würde männliche "Untat" in einem anderen Licht darstellen.
Anscheinden haben die Medien dazu keine Veranlassung. Denn Mann ist nun Mal der "Bösewicht". Frau das Opfer... smile... oder eben nicht..!!!............
Also.... warum wurde meine Voten nicht ins "Netz" gestellt....???....

Beitrag kommentieren

unangan (11. August 2012, 21:12)
«verdammte Schlampe»

na,dann... nicht eben der "gebräuchlichen" sozialen Namensnennung... smile...
Doch, wer in der "unteren Schublade" der Gesellschaft "verdammt" ist, gebraucht vielfach eine etwas andere Ausdrucksform, beziehungsweise Wörter, die "aufgebrachten Rechtshütern" mal "im Halse stecken bleiben.
Damit will ich nicht die Ausdrucksform von "unterprivligierten Menschen" verharmlosen.
Doch hier gilt bis zum "Beweis" die Unschuldsvermutung. "Hunde die bellen, beissen nur sehr selten.
Hunde die sich von "hinten" anschleichen und dies ohne Gebell... die sind nie harmlos...!!!..
Anscheinend können Frauen die männlichen Partner mit "harmlosen" Begriffen reizen, bis zum Geht nicht mehr. ....!!!...
Und wenn ein Mensch Polizisten als "Kinderficker" beschimpft, ist das nicht so abwegig. Denn auch Polizisten sind nur Menschen... und nicht aufgeklärte "Polizistenuntaten" sind eine Schande für unser Rechtssystem....
Ich weiss wo von ich schreibe...!!!...

Beitrag kommentieren

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

leserbilder.jpg