Alpenbutler gesucht

CASTING ⋅ Das «Null-Stern-Bett» steht diesen Sommer im Appenzellerland. Als besonderer Service werden die Gäste von einem persönlichen Butler betreut. Interessenten für diesen Job können sich jetzt melden.
19. Mai 2017, 07:48
Karin Erni

Karin Erni

karin.erni@ appenzellerzeitung.ch

Das «Null-Stern-Bett» ist ein Zimmer ohne Wände und ohne Dach. Doch ganz ohne Komfort müssen die Gäste die Nacht unter dem Appenzeller Sternenhimmel nicht verbringen. Ihnen steht ein Butler zur Seite, der unter anderem am Morgen das Frühstück ans Bett serviert.

Für diese Aufgabe werden nun geeignete Personen gesucht. Zwar sei die Rolle des obersten «Null Stern»-Butlers mit dem Pächter des umliegenden Alpengeländes bereits gesetzt, schreiben die Initianten, die St. Galler Konzeptkünstler Frank und Patrik Riklin, in einer Mitteilung. Doch sollen je zwei bis drei weitere «Modern Butler» aus Inner- und Ausserrhoden den Alphirten unterstützen. Die Mitglieder dieses «Appenzeller Butler-Stabs» sollen die Rolle des Gastgebers für die rund 90 möglichen Nächte von Juni bis September untereinander aufteilen. Die Einsätze sind je nach Möglichkeit und Ressourcen alternierend und werden mit einem Teil der Übernachtungseinnahmen entlöhnt. Die Höhe des Honorars steht noch nicht fest.

Das Appenzellerland «als Hotelier»

Die Arbeitsuniform der Butler besteht aus weissem Hemd, schwarzer Fliege und weissen Handschuhen. Unter der Gürtellinie bleibt die Bekleidung bewusst individuell. Oder wie die Initianten schreiben: «Sie visualisiert Authentizität und verleiht dem Riklinschen Typus ‹Alpenhipster› Ausdruck.» Die Philosophie des modernen Butlertums beruhe auf der Faszination, Gastgeberkultur neu zu inszenieren, heisst es in der Mitteilung weiter. «Nicht steif und unterwürfig, sondern agil und herzhaft. Zudem mit einer grossen Portion Persönlichkeit.»

Die «Modern-Butler-Trainings» finden im freien Gelände rund um den «Null Stern»-Standort – der nach wie vor geheim ist – statt. Sie dauern etwa einen halben Tag. Die Trainings sollen gemäss Ausschreibung diverse Fähigkeiten und Geschicke fördern, die für den Service in freier Natur wichtig sind: zum Beispiel das Tragen des Servicetabletts im Steilhang oder das Steigen über einen Zaun mit zwei Kaffeetassen in der Hand. Gleichzeitig sind Hemden- und Handschuhproben vorgesehen. Die Englischkenntnisse werden in einem Mini-Crashkurs im Stall aufgefrischt. Ausserdem wird den Butlern die «Null Stern»-Philosophie vermittelt: ein Hotelzimmer unter freiem Himmel, das mit der Unterstützung der lokalen Bevölkerung betrieben wird und zu einem Ort aktiver und fantasievoller Gestaltung einer einzigartigen Gastgeberkultur heranwachsen soll. Hierfür werde sowohl die Bewohnerschaft aus Innerrhoden als auch Ausserrhoden aufgerufen, so die beiden Künstler. Kurz: Der «Hotelier» ist das gesamte Appenzellerland.


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