Trotz Steuersenkung bleiben Fragen offen

TEUFEN ⋅ Die FDP begrüsst die geplante Reduktion des Steuerfusses für 2018 um 0,1 Einheiten. Ihrer Ansicht nach wäre gar eine stärkere Senkung denkbar gewesen. Die Partei hat weitere Forderungen an den Gemeinderat.
11. Oktober 2017, 07:15
Jesko Calderara

Die Gemeinde Teufen will den Steuerfuss für nächstes Jahr um 0,1 auf 2,9 Einheiten senken. Dies gab der Gemeinderat bei der Präsentation des Voranschlages 2018 bekannt. Diesen Schritt gefordert hatte die FDP Teufen. Deren Präsident Oliver Schmid sagt: «Die nun angekündigte Steuersenkung ist ein erster Schritt.» Es sei die richtige Reaktion auf die finanzielle Situation der Mittelländer Gemeinde. Schmid verweist in diesem Zusammenhang auf die finanziellen Kennzahlen Teufens. So betrug das Eigenkapital per Ende 2016 rund 18 Millionen Franken. Zudem ist die Gemeinde schuldenfrei und verfügt gar über ein Nettovermögen. Der tiefere Steuerfuss sei auch mit den geplanten Investitionen verkraftbar, sagt Schmid. Unter anderem sollen in den nächsten Jahren die Zentrumsgestaltung und ein neues Schulhaus realisiert werden.

Eine konkrete Zahl, um wie viel die Steuern fallen sollen, nannte die FDP nie. Intern sei auch mal eine Reduktion um 0,2 Einheiten ein Thema gewesen, sagt der Präsident. Zum Vergleich: 0,1 Einheiten ergeben in Teufen rund eine Millionen ­Franken Steuereinnahmen. Letztes Jahr wurde ein Gewinn von 4,2 Millionen Franken erwirtschaftet.

Teufen verfügt über stille Reserven

Noch sind für die Freisinnigen im Hinblick auf die öffentliche Versammlung vom 7. November nicht alle Fragen beantwortet. So verlangen sie vom Gemeinderat Auskunft über die Ziele im Leitbild. Zudem sollte nach Ansicht der FDP die Höhe der stillen Reserven ausgewiesen werden. Solche können auch mit dem harmonisierten Rechnungslegungsmodell HRM2 gebildet werden. Sie entstehen, wenn eine Gemeinde, wie dies Teufen getan hat, Überabschreibungen vornimmt.

 

Jesko Calderara

jesko.calderara

@appenzellerzeitung.ch


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