Fachleute empfehlen einen Neubau

WALD ⋅ Die Hausanalyse der Spar-Liegenschaft liegt vor. Aus wirtschaftlichen Gründen spricht vieles für den Abriss des Objekts. An der öffentlichen Versammlung geben Querelen im Gemeinderat zu reden.
13. September 2017, 05:19
Jesko Calderara

Jesko Calderara

jesko.calderara@appenzellerzeitung.ch

Nach der Präsentation des Voranschlages 2018 liess Eugen Koller die Bombe platzen. Der für das Ressort Finanzen zuständige Gemeinderat gab am Montagabend an der öffentlichen Versammlung seinen Rücktritt per Ende Mai 2018 bekannt. Als Grund für diesen Schritt nannte er «unüberbrückbare Differenzen» mit Gemeindepräsidentin Edith Beeler. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat habe sich trotz externer Hilfe nicht verbessert, sagte Koller den rund 80 Anwesenden.

Wenig erfreulich sind die finanziellen Aussichten der Gemeinde. Das Budget für nächstes Jahr sieht bei Ausgaben von rund fünf Millionen Franken eine rote Null vor. In seinen Ausführungen zählte Koller jene Ausgabenposten auf, die bereits in den vergangenen Jahren zu Mehrbelastungen führten. Dazu gehören die Pflegefinanzierung, die wirtschaftliche Sozialhilfe und die Sonderbeschulung. Auf der Einnahmenseite rechnen die Behörden mit einem Wachstum bei den Steuererträgen von 1,5 Prozent. Dieses liegt damit nur halb so hoch wie im Kantonsdurchschnitt. Zudem erwartet Wald 590000 Franken aus dem Finanzausgleich. Dies ist mehr als im laufenden Jahr.

Die geplanten Nettoinvestitionen belaufen sich auf 605000 Franken. Grösster Brocken ist die Sanierung des Reservoirs Waldebni. Trotz allem soll der Steuerfuss bei 4,1 Einheiten bleiben. Allerdings könnte schon bald eine Steuererhöhung notwendig werden. Dieser Schritt dürfe nicht länger ein Tabu sein, verlangte Koller.

Entscheidungen an der nächsten Sitzung

Die Gemeindefinanzen haben auch Einfluss auf das Thema Spar-Liegenschaft. Unterdessen liegt die Hausanalyse des Heidler Architekturbüros Ueli Sonderegger vor. Demnach muss das Gebäude mittel- bis langfristig saniert werden. Nach einer groben Schätzung würde dies rund 2,2 Millionen Franken kosten. Der Abbruch der Immobilie und ein Neubau mit Ladenflächen sowie einigen Wohnungen käme dagegen auf etwa sechs Millionen Franken zu stehen. Aus wirtschaftlichen Überlegungen empfehlen die Fachleute diese Variante.

Wie es mit dem Spar-Objekt weitergeht, ist offen. Im Rahmen des laufenden Budgetprozesses wird der Finanzplan aktualisiert. Mit einer Analyse will der Gemeinderat den finanziellen Spielraum ausloten, der für ein allfälliges Neubauprojekt vorhanden ist. Auch die Suche nach einem Investor ist eine Option. Die Ergebnisse werden an der nächsten Gemeinderatssitzung beraten.


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