Die Kritik kam auf dem Postweg

TROGEN ⋅ Gegen den geplanten Umbau des Bahnhofs gingen mehrere Einsprachen ein. Für Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr kommen diese nicht überraschend. Sie hatte damit gerechnet.
12. Oktober 2017, 06:51
Astrid Zysset

Astrid Zysset

astrid.zysset@appenzellerzeitung.ch

«Der Bahnhof ist bei Teilen der Bevölkerung sehr beliebt. Und im Rahmen der Diskussionen, als das Projekt öffentlich vorgestellt wurde, gab es bereits kritische Stimmen. Darum haben wir mit Widerstand gerechnet», erklärt Trogens Gemeindepräsidentin Dorothea Altherr. Konkret geht es um den Umbau des Bahnhofs. Dieser ist rund 100 Jahre alt. Nun soll er ersetzt werden – das zumindest schwebt den Verantwortlichen der Appenzeller Bahnen AG als Besitzerin der Liegenschaft vor. Ein entsprechendes Bauprojekt lag bis Ende vergangener Woche öffentlich auf.

Und eben: «Mehrere Einsprachen sind eingegangen», bestätigt Marc Fahrni, Gemeinderat und Präsident der Baubewilligungs- und Planungskommission. Wie viele genau, könne er nicht sagen. Man sei noch daran, alle zusammenzutragen. Inhaltlich will er sich ebenfalls nicht zu den Einsprachen äussern. Nur so viel: Nun beginne der Schriftenwechsel, und allenfalls finde eine Begehung vor Ort statt. Wer die Verfahrensleitung hat, muss bestimmt werden, und eventuell fehlende Expertisen wären nachzureichen. Das sei die übliche Vorgehensweise. Parallel dazu könnten die Appenzeller Bahnen bereits damit beginnen, erste Gespräche mit den Einsprechern zu führen, um die Widerstände ge­gen das Bauprojekt zu mindern. Alles in allem rechnet Fahrni mit Ende November, bis all diese ersten Verfahrensschritte gemacht sind. Eine Baubewilligung inklusive Teilbewilligungen des Kantons würde nach einer Gesamt­interessenabwägung frühestens im Lauf des ersten Quartals des nächsten Jahres erteilt. Fahrni weiter: «Aus heutiger Sicht ist eine Bewilligung mit oder ohne Auflagen bis hin zu einem negativen Entscheid möglich.»

Zum geplanten Projekt: Am Standort des heutigen Bahnhofs soll ein modernes Gebäude mit einem Holzbau ab dem ersten Obergeschoss entstehen. Unten, im ebenerdigen Betonsockel, ist auf knapp 200 Quadratmetern ein Ladengeschäft vorgesehen, daneben ein Café. Das längliche Gebäude unterteilt sich im Erdgeschoss. In einem Nebengebäude würden die sanitären Anlagen und der Serviceteil untergebracht. Dort ist auch der Aufgang zur Tiefgarage vorgesehen. Jene wäre über einen Autolift zu erreichen und bietet Platz für 17 Fahrzeuge. In den drei Obergeschossen entstünden Gewerberäumlichkeiten und insgesamt zehn Wohnungen. Möglich wären 2-, 31/2- und 4-Zimmer-Wohnungen. Der gesamte Bau würde ein Flachdach erhalten. Vorne und hinten beim Neubau würden weiter zwei Plätze entstehen, die zum Verweilen einladen sollen.

 


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