Serienfieber in Schwellbrunn

Vier Monate hat das Schweizer Fernsehen für die Dokuserie «SRF bi de Lüt – Unser Dorf» in Schwellbrunn gedreht. Das Ehepaar Sturzenegger hat die Filmarbeiten hautnah miterlebt.
03. März 2015, 02:36
KARIN ERNI

Es kommt nicht jeden Tag vor, dass das «grosse» Fernsehen seinen Fokus auf ein kleines Appenzeller Dorf richtet. In Schwellbrunn ist das auch eher zufällig passiert. Ein Filmteam war auf dem Weg nach Urnäsch zum Mittagessen im «Ochsen» eingekehrt. Die Fernsehleute waren so angetan vom Dorf und seinen Bewohnern, dass sie Schwellbrunn spontan zum Drehort für eine neue Staffel von «SRF bi de Lüt – Unser Dorf» erkoren. Durch die Dreharbeiten hat sich zwischen den Fernsehleuten und dem Wirtepaar Annelies und Peter Sturzenegger eine freundschaftliche Beziehung entwickelt. «Sie wollen das ganz normale Alltagsleben der Leute hier im Dorf zeigen», erzählt Peter Sturzenegger. Begonnen haben die Dreharbeiten mit dem Jahrmärktli Ende September und endeten am Alten Silvester.

Vier Protagonisten

Porträtiert wird in der Serie unter anderem die Bäckersfrau Ida Moriasy, die ursprünglich aus Kenia kommt. Bauer Edi Gantenbein wird an die Viehschau begleitet, für ihn und das ganze Dorf einer der wichtigsten Tage im Jahr. «Das Ehepaar Trudi und Hanjok Meier kennt sich seit über 50 Jahren und weiss genau, was das Dorf und seine Bewohner bewegt», schreibt das Fernsehen SRF in einer Mitteilung. Platz habe es im Dorf aber auch für alle, die ein bisschen anders leben – so wie Matthias Krucker oder «Kuk», wie sich der Sammler und Kunstmaler nennt.

«Bettszene» gedreht

Das Filmteam hat die Familie Sturzenegger vom Aufstehen bis zum Zubettgehen mit der Kamera verfolgt. «Sie haben uns sogar im Bett gefilmt», so Peter Sturzenegger. «Es war aber nie lästig. Wir mussten auch keine Szene wiederholen.» Alles sei ganz spontan entstanden. Sturzenegger windet den Filmleuten ein Kränzchen: «Sie waren hart im Nehmen. Als wir einen Ausflug mit Pferd und Wagen machten, waren sie die ganze Zeit dabei und haben sich einen abgefroren.» Der Film sei gut für das Ansehen des Dorfes und sei ein schönes Zeitzeugnis, ist er überzeugt. Am Freitag wird die erste von vier Folgen ausgestrahlt. «Ich bin gespannt, wie der Film herausgekommen ist», sagt Peter Sturzenegger. Im Dorf selbst sei wenig Aufregung um die Ausstrahlung zu verspüren, er werde eher von Auswärtigen darauf angesprochen, so der «Ochsen»-Wirt. Er selbst hat wohl keine Zeit, die Sendung anzuschauen. «Ich stehe in der Küche, denn wir haben an diesem Wochenende Kalbs-Metzgete.»

«SRF bi de Lüt – Unser Dorf» 6. bis 27. März 2015, jeweils freitags, 20.05 Uhr, SRF 1

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