Grosse Bühne für kleines Dorf

SCHWELLBRUNN. Die vierte Staffel von «SRF bi de Lüt – Unser Dorf» rückt 2015 Schwellbrunn ins Rampenlicht. Die Dreharbeiten für die vierteilige Sendung laufen von Ende September bis Mitte Februar.
27. August 2014, 07:48
ROGER FUCHS

Nie hat sich Schwellbrunn als Austragungsort für die vierte Staffel von «SRF bi de Lüt – Unser Dorf» beworben. Und trotzdem rückt das Schweizer Fernsehen nun das höchstgelegene Ausserrhoder Dorf in den Mittelpunkt. «Wir kamen zu dieser Ehre wie die Jungfrau zum Kinde», sagt Gemeindepräsident Hansueli Reutegger. Fernsehleute seien bei einem Mittagshalt im «Ochsen» auf das Dorf und seine Leute aufmerksam geworden. Dazu Danielle Giuliani, Redaktionsleiterin Dokuserien und Reality, beim Schweizer Fernsehen: «Schwellbrunn bringt die wichtigsten Voraussetzungen mit: Es verfügt über eine attraktive Kulisse, liegt oberhalb der Nebelgrenze, besitzt die perfekte Grösse und lebt seine Traditionen. Gemäss Giuliani wird «SRF bi de Lüt» das Dorfleben in den Fokus rücken. «Wir begleiten die Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem Alltag und zeigen, was eine Dorfgemeinschaft im Innersten zusammenhält.»

Beste Werbeplattform

Nicht bekannt gegeben werden vor Drehstart die Protagonisten. Da könne sich noch einiges ändern, schreibt Saskia Wegmann von der SRF-Media-Relations-Abteilung. Ausgestrahlt werden wird die Sendung im März 2015 – und dies in vier Folgen zu je 44 Minuten.

Beim Gemeinderat ist die Freude über den Zuschlag gross. «Für uns ist dies eine einmalige Chance», sagt Gemeinderatsmitglied Ueli Frischknecht. Eine bessere Plattform für Werbung könne es nicht geben. Gemeindepräsident Hansueli Reutegger gibt sich überzeugt, dass nicht nur Schwellbrunn, sondern die gesamte Region von der Sendung profitieren werde. «Mindestens das Wort <Appenzellerland> wird bestimmt mehrmals fallen», so Reutegger.

Kameras an diversen Anlässen

Offenbar haben die Fernsehleute beim Gemeindepräsidenten auch durchblicken lassen, was das Interesse bei ihrem Besuch geweckt hat. Einer der Auslöser war, so Reutegger, dass einige der SRF-Crew die Bäckerei aufsuchten. Mit Erstaunen hätten sie dabei die dunkelhäutige Verkäuferin bemerkt und kaum geglaubt, dass dies in einem ländlich geprägten Dorf möglich sei. Auch bekamen sie durch Gespräche vom Lebensstil des Künstlers Matthias Krucker alias Kuk Wind – ein weiterer Protagonist, der die Fernsehleute faszinierte.

Erster Drehtag wird die Viehschau Ende September sein. Zudem dürften die Kameras auch beim Weihnachtsmarkt, dem Silvesterchlausen oder der Unterhaltung der Musikgesellschaft präsent sein. Welche Szenen schliesslich den Weg in die Sendungen schaffen, wird auch für Gemeindepräsident Hansueli Reutegger eine Überraschung bleiben. «Da können wir nicht mitreden.» Während der Drehzeit werde er aber in intensivem Kontakt mit den Fernsehleuten stehen, um diese einerseits mit Hintergrundinformationen zu beliefern, anderseits mit Tips für schöne Drehorte.


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