Frischer Wind für ABV

APPENZELLERLAND ⋅ An der Delegiertenversammlung vom Samstag haben die Mitglieder des Appenzeller Blasmusikverbandes Claudia Frischknecht zur neuen Präsidentin gewählt. Die Neue ist eine Altbekannte.

20. März 2017, 05:36
Alessia Pagani

Alessia Pagani

alessia.pagani@appenzellerzeitung.ch

«Musik gibt einem extrem viel», sagt Claudia Frischknecht. Die 36-Jährige ist neue Präsidentin des Appenzeller Blasmusikverbandes (ABV). Die Delegierten haben sie am Samstag zur Nachfolgerin von Martin Meier gewählt. Dieser hatte das Amt im vergangenen Jahr vom langjährigen Präsidenten Heinz Jucker übernommen – allerdings nur ­interimistisch. «Eigentlich war geplant, dass ich das ABV-Präsidium bereits im vergangenen Jahr übernehme», erklärt Frischknecht. Wegen Weiterbildungen und ihrer Verpflichtungen als Präsidentin der CVP Appenzell Ausserrhoden hatte sie den Musikverband vorübergehend hintenangestellt.

Claudia Frischknecht wurde bereits früh mit dem Blasmusik-Virus angesteckt. Seit ihrem zehnten Lebensjahr spielt sie ­Klarinette. Zu Beginn noch in der Knabenmusik Herisau, danach in der Bürgermusik, wo sie bis 2006 dem Vorstand angehörte. Nach der Bürgermusik folgte der ­Musikverein Herisau. Zu Beginn engagierte sie sich im Vorstand als Aushilfe. «Aber wie das so ist bei Vereinen, man bleibt dann einfach hängen», sagt Claudia Frischknecht und lacht. Acht Jahre war die Herisauerin Vizepräsidentin des Musikvereins Herisau. Dieses Amt gibt sie mit der neuen Verpflichtung nun ab. «Ich war selbst erstaunt, wie lange ich im Musikverein im Vorstand tätig war. Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen, dieses Amt abzugeben. Mir und dem Verein tut das gut.» Man könne schliesslich nicht alles gemeinsam machen, und frische Gesichter brächten frischen Wind. «Jetzt freue ich mich sehr auf die neue Aufgabe. Ich liebe Herausforderungen.»

Viele Musikvereine am Kämpfen

Unbestritten, Herausforderungen warten auf die neue Präsidentin des ABV. «Wie viele Vereine haben auch wir mit Mitgliederschwund zu kämpfen», so Claudia Frischknecht. Dieser betreffe vor allem kleinere Musikvereine. «Wir müssen vermehrt das Augenmerk darauf legen, dass diese Vereine sich zu Spielgemeinschaften zusammenschliessen.» Zum Glück seien nicht alle Musikvereine von sinkenden Mitgliederzahlen betroffen. «Der ABV konnte die letztjährigen Zahlen halten.» Zudem habe beispielsweise der Musikverein Herisau viele junge Mitglieder. «Das ist auch meine Motivation als Präsidentin. Ich will ein Zeichen setzen und ein anderes Bild von uns vermitteln. Blasmusik besteht nicht nur Polkas und Märschen, sie kann auch ­modern sein», so Frischknecht. «Junge zu akquirieren geht nur, wenn man gute Musik spielt und man auch gehört wird. Leider kommen oft nur Besucher an die Konzerte, die irgendeine Beziehung haben zum Verein, sei es, dass sie deren Mitglieder kennen oder dass sie bereits in einem Konzert waren», erklärt Frischknecht. «Wir müssen schauen, dass wir diese packen und als Fans behalten können.»

Weiter hat sich Claudia Frischknecht als Ziel gesetzt, das Niveau des Verbandes und die jetzigen Mitgliederzahlen zu halten. «Uns geht es gut und ich möchte den Verband genauso weiterführen wie bisher. Wir müssen aber immer ein offenes Ohr für die Vereine haben und deren Feedbacks ernst nehmen.» Sie lasse es jetzt einfach auf sich zukommen. Was ihr dabei helfe sei, dass sie aus ihren früheren Tätigkeiten viel Vorwissen mitbringe. «Es ist kein Riesenverband, sondern mehr eine grosse Familie. Dass man sich kennt, macht es einfacher.»

Claudia Frischknecht ist eine der wenigen Frauen, die einen Musikverein beziehungsweise -verband präsidieren. Zudem ist sie mit Jahrgang 1981 noch jung. «Die meisten Präsidenten sind älter. Aber auch wir Junge müssen Verantwortung übernehmen», so Frischknecht. «Ich setze mich gerne für Vereine ein. Es gehört für mich einfach dazu, auch etwas zurückzugeben.»


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