Es fehlen junge Schützen

REHETOBEL ⋅ Die Ausserrhoder Schützen befinden sich in einem schwierigen Umfeld. Ein Problem, das sich an der Delegiertenversammlung am Samstag herauskristallisierte, ist die Nachwuchsförderung.

20. März 2017, 05:36
Alessia Pagani

Alessia Pagani

alessia.pagani@appenzellerzeitung.ch

«Die Agglomeration verschiebt sich immer mehr nach aussen, und plötzlich sind wir nicht mehr erwünscht», sagte Bruno Preisig im Rahmen der 191. Delegier­tenversammlung des Kanto­nalschützenvereins Appenzell Ausserrhoden am Samstag. Nach zehn Jahren Abstinenz tagte die Schützenfamilie auf Einladung der Schützengesellschaft Rehetobel wieder einmal in der Vorderländer Gemeinde. Als weitere Knacknuss für die Vereine bezeichnete der Präsident den Mangel an jungen Schützen. «Es fehlt ein wenig an Engagement der einzelnen Vereine in Sa- chen Nachwuchsförderung», so Preisig vor den 80 Stimmberechtigten. Er sei sich bewusst, dass Jugendförderung viel Aufwand bedeute und dass heute kaum mehr jemand diese Zeit aufwende. «Es braucht Herzblut, aber die Jugend ist unser Potenzial.» Er rief die Verantwortlichen der einzelnen Sektionen dazu auf, mehr J+S-Kurse anzubieten. Heute haben diese gemäss Preisig nur die Gemeinden Teufen und Gais. «Das Umfeld der Schützen ist nicht ganz einfach, und es birgt gewisse Konflikte», sagte auch Regierungsrat Paul Signer. Es sei allerdings wichtig, für die Jungen gute Angebote bereitzustellen. «Das braucht Erwachsene, die ihnen unter die Arme greifen.» Nebst Paul Signer traten als Festredner Ständerat Andrea Caroni und Kantonsratspräsident Peter Gut auf. «Politik und Schiessen haben einiges gemeinsam. Man muss Ruhe haben und treffen», so Gut.

Noch immer zwei Vakanzen

Dass es nicht nur schwer ist, junge Schützen zu finden, sondern auch Vorstandsmitglieder, zeigt die Tatsache, dass die Positionen «Sportliches Schiessen Pistole» und «Chef Wettkämpfe» auch nach der diesjährigen Versammlung unbesetzt blieben. Aus der Geschäftsprüfungskommission ausgeschieden ist Loïc Zaugg. Er wird ersetzt durch Markus Kellenberger. Dieser fungiert zu Beginn als Ersatzkandidat für den Revisor. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Posten bestätigt. Genauso wenig zu reden gaben die Jahresrechnung und zwei Anpassungen des Reglements. Im Namen des OK-Präsidenten des Kantonalschützenfestes 2019, Hansueli Reutegger, wurde der Antrag für ein zinsfreies 50000-Franken-Darlehen gestellt. Die Anwesenden stimmten auch diesem Punkt einstimmig zu.

Dass die hiesigen Schiessverbände Potenzial haben, zeigten nicht zuletzt die vielen Erfolge, die im vergangenen Jahr erzielt worden sind. Nebst kantonalen Ehrungen wurden am Samstag auch Mitglieder ausgezeichnet, die nationale und internationale Erfolge vorweisen können.


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