Ausflug ohne Kontakt zur Aussenwelt

01. November 2014, 02:42

Zurück in Namibia erhalten wir schon bald wieder Besuch: Hans und Brigitte, Kathrins Eltern, machen nochmals eine Tour mit uns. Damit wir die beiden nicht langweilen, planen wir eine Route durch die fahrtechnisch anspruchsvollsten Gebiete Namibias. Das bereits im März besuchte Kaokoveld, das für uns die schönsten Landschaften im von uns bereisten Afrika bietet, steht auf dem Plan.

Nebst Übernachtungen in schönen Lodges oder Gästefarmen geniessen wir hin und wieder ein «Busch-Camp». In der Abgeschiedenheit an der Grenze zu Angola, wo sich Leopard und Springbock noch «Gute Nacht» zu sagen scheinen, finden wir einen ruhigen Platz in den Hartmann-Bergen. Hier pfeift uns zwar der heftige Wind nicht um die Ohren, dafür wird es schon am frühen Abend unerwartet kalt.

Unweit unserer Übernachtungsstelle bemerken wir tags darauf, dass eine Halterung des Kuhfängers am Mietauto gebrochen ist. Wir sind mitten in der Wüste und die nächste gute Werkstatt einige Stunden – wenn nicht Tage – Fahrzeit entfernt. Wir müssen uns also selber helfen. So wird das Werkzeug ausgepackt und mit vereinten Kräften suchen wir eine temporäre Lösung. Ein Stück Draht, eine Bohrmaschine, Schweisstropfen auf der Stirn und weiter geht's!

Der letzte Kontakt zur Aussenwelt über das Mobilnetz ist schon einige Tage her. Kein Wunder heisst es am Computer auf der Green Drum: «Sorry, no internet available». Sowieso fehlt hier alles: Strom, Tasten und auch der Wille, sich mit Büroarbeiten zu beschäftigen.

Bei der Weiterfahrt durch ein wasserführendes Flusstal müssen wir eine enge Schlucht durchqueren, wo sich das Wasser durch die Steine zwängt. In der Regenzeit, wenn der Hoarusib-Fluss viel Wasser führt, ist die Stelle unpassierbar. Zuvor haben wir hier im Grün des Tals Wüstenelefanten mit einem kaum zweiwöchigen Jungtier beobachten können.

Unsere Abendessen auf den einfachen Zeltplätzen machen wir zu viert. Wir schüren zusammen das Feuer, kneten Teig für Brot, rüsten Gemüse und Fleisch und machen nachher gemeinsam den Abwasch. Auf der heissen Kohle backen wir das Frühstücksbrot für den nächsten Morgen. Nichts geht über ein selbst gemachtes Brot!

Dies ist unser letzter Bericht aus Afrika. Die letzten Vorbereitungen für die Verschiffung nach Südamerika laufen auf Hochtouren.

Kathrin und Ueli Würth


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