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Tagblatt Online, 03. Februar 2012 01:07:30

Erfolg mit mehr Dienstleistung

Tuchschmid AG Zoom

Zukunft für KMU: Industrielle Dienstleistungen bieten zusätzliche Einnahmequellen. (Bild: Nana do Carmo)

Neun Kantone spannen im schweizweit einmaligen Pilotprojekt «IDEEkmu» zusammen. Ziel ist es, das Angebot an industriellen Dienstleistungen bei kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken.

STEFAN BORKERT

ST. GALLEN. Längst ist in grösseren Unternehmen erkannt, dass mit Dienstleistungen Geld zu verdienen ist. Je kleiner aber ein Unternehmen ist, desto schwerer tut es sich mit solchen industriellen Dienstleistungen. Das obwohl damit erhebliche Gewinnmargen erzielt werden können. Immerhin bis zu 20 Prozent und mehr, stellt eine Studie des Instituts für Technologiemanagement der Universität St. Gallen fest. In Auftrag gegeben hat diese Studie «IDEEkmu». Dabei handelt es sich um ein Ostschweizer Projekt, an dem St. Gallen und der Thurgau federführend beteiligt sind.

Beraten und begleiten

Projektleiter Andreas Oesch sagt, dass die Studie die Erwartung bestätigte, dass es auch für kleine und mittlere Unternehmen lohnend sein könne, vermehrt industrielle Dienstleistungen anzubieten. «IDEEkmu» will nun Firmen, die sich für den Aufbau solcher Leistungen interessieren, professionell begleiten. Dabei werden Beratungs- und Begleitangebote sowie Plattformen für den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmen bereitgestellt.

Bei «IDEEkmu» handle es sich um ein bislang einmaliges Pilotprojekt im Zusammenhang mit der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes, welches finanzielle Mittel zur wirtschaftlichen Entwicklung in strukturschwächeren Gebieten bereitstellt. Ist der nun laufende Pilot erfolgreich, geht es 2013 an die Umsetzung auf breiter Ebene, erklärt Oesch.

Zunächst läuft das Pilotprojekt von Herbst 2011 bis Herbst 2012. An drei Veranstaltungen in Buchs, Jona und Frauenfeld werde zunächst informiert, dann seien Workshops geplant und schliesslich würden Firmen bei der Umsetzung begleitet. Wichtig sei, dass der Unternehmer selbst ein Projekt für seine spezifischen industriellen Dienstleistungen entwickle. «Wir sind kein Beratungsunternehmen», sagt Oesch. Er ist überzeugt, dass KMU, die systematisch industrielle Dienstleistungen erbringen, für die Zukunft besser gewappnet sind. «Dienstleistungen, die sich eng an industrielle Produkte anlehnen, werden zunehmend zu einem tragenden Erfolgsfaktor für viele KMU.» Die gezielte Entwicklung und Verbesserung von Dienstleitungen als eigenständiges Angebot sei für viele Ostschweizer KMU natürlich eine grosse Herausforderung. Gerade bei kleinen Unternehmen fehle es oft auch an den finanziellen Möglichkeiten. Und das sei letztlich auch ein Hauptgrund, warum sich die Wirtschaftsämter von neun Ostschweizer Kantonen zusammentaten und nun gemeinsam das Projekt «IDEEkmu» entwickelten.

KMU sind das Rückgrat

Immer kürzere Produktlebenszyklen in globalen Märkten und steigende Kundenerwartungen würden Unternehmen vor enorme Herausforderungen stellen. Während das weltweite Produkteangebot immer homogener und transparenter werde, eröffneten Dienstleistungen den Unternehmen Chancen, sich einzigartig zu positionieren und damit Kunden weiterhin zu binden. «Wir alle wissen, dass KMU das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind», sagt Andreas Oesch. Auch das hat die Wirtschaftsämter der Ostschweizer Kantone veranlasst, die gemeinsame Initiative «IDEEkmu» zu lancieren.

Veranstaltungen: 14. Februar Buchs, 22.2. Jona, 1. März in Frauenfeld, jeweils von 16 bis19 Uhr. Anmeldung unter www.ideekmu.ch




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