Tagblatt Online, 31. Oktober 2011 01:04:26
St. Gallen marschiert weiter
Jubeln in Wohlen: St. Gallens Spieler feiern mit ihren Anhängern das Tor von Alberto Regazzoni (verdeckt) zum 1:0. (Bild: Nicolas Senn)
Der Challenge-League-Leader sichert sich im elften Spiel den zehnten Sieg. Nach einer harzigen ersten Halbzeit setzen sich die St. Galler in Wohlen nach der Pause mit 2:1 durch. Ihre Tore erzielen Alberto Regazzoni und Bruno Valente.
PATRICIA LOHER/WOHLEN
FUSSBALL. Jeff Saibene ballte die Faust und schrie seine Erleichterung in den Wohlener Herbsthimmel hinaus. Die Reaktion des St. Galler Trainers verdeutlichte: Das 2:1 war harterkämpft und auf dem Weg zurück in die Super League keine Selbstverständlichkeit. Der Luxemburger sagte hinterher, «dass dieses Spiel das bis anhin schwierigste war». Seine Mannschaft hatte harzige erste 45 Minuten schadlos überstanden, machte nach der Pause aber vieles besser und steigerte sich eklatant. Sie traf zweimal und brachte das 2:1 auch über die Zeit, als die Wohlener in der Schlussphase ihre Kräfte nochmals bündelten und alle nur erdenklichen Risiken eingingen. Die Hoffnung zurückgebracht hatte Theodoros Karapetsas, der fünf Minuten vor Spielende das 1:2 erzielte.
Zwei schöne St. Galler Tore
Die Vorentscheidung zugunsten des Leaders fiel innerhalb von zehn Minuten. In der 69. Minute erzielte Alberto Regazzoni nach einem Befreiungsversuch Wohlens mit einem satten Abschluss von der Strafraumgrenze aus das 1:0. Wunderbar herausgespielt war das 2:0: Über Oscar Scarione und Manuel Sutter kam der Ball zum eingewechselten Bruno Valente, der mit einem schönen Abschluss von rechts und aus spitzem Winkel traf. Es war das bereits vierte Tor des St. Galler Edeljokers.
Dabei hatten sich die Gäste schwergetan, ins Spiel zu finden. Sie wirkten passiv und kamen oft einen Schritt zu spät. Zudem behagte St. Gallens Offensivabteilung Wohlens konsequentes Auftreten in den Zweikämpfen nicht. Spieler wie Franck Etoundi, Brice Owona oder Scarione fanden keine Räume vor und verbissen sich oft in der gegnerischen Abwehrreihe. Wohlen war ein aufsässiger Gegner, der schnell umschaltete und deutlich aggressiver auftrat als der Leader. Die Mannschaft von Trainer Urs Schönenberger schien, anders als noch Biel eine Woche zuvor, wirklich daran zu glauben, St. Gallen die erste Saisonniederlage zufügen zu können. Trotzdem erspielten sich die Ostschweizer durch Scarione und Nico Abegglen Möglichkeiten. Die beste Chance aber vergaben die Aargauer: St. Gallens Torhüter Daniel Lopar lenkte in der 32. Minute den Abschlussversuch von Pascal Renfer mit den Fingerspitzen an den Pfosten. In der ersten Halbzeit stand dem FC St. Gallen das Glück eines Leaders ähnlich treu zur Seite, wie in der vergangenen Saison das Pech eines Letztklassierten.
Probleme und ihre Lösungen
Obwohl sich Wohlen weiter tapfer wehrte, zollte es dem grossen Aufwand Tribut und baute nach der Pause ab. St. Gallen aber fand den Tritt, kämpfte sich zurück und setzte plötzlich auch Druck auf. «Schliesslich war unsere individuelle Klasse entscheidend. Das braucht es ebenfalls, um erfolgreich zu sein», sagte Lopar. So bezeichnete Saibene den Sieg als ein Zeichen: «Zumal wir doch Probleme hatten, die wir regeln mussten.» Captain Daniel Imhof, der den gesperrten Philipp Muntwiler ersetzte, musste zur Pause ausgewechselt werden, weil er nach einer Grippe im Spiel unter Bronchienproblemen litt. Und Etoundi ging 20 Minuten vor Spielende mit einer Oberschenkelverhärtung vom Platz. St. Gallen hat aber bewiesen, Lösungen bereit zu haben. Kristian Nushi besetzte die für ihn ungewohnte Position Imhofs problemlos, Torschütze Valente kam für Etoundi.
Heute muss das zweitklassierte Bellinzona gegen Aarau nachziehen. Aber zumindest einmal durften die Ostschweizer mit einem beeindruckenden Vorsprung von sieben Punkten zu Bett gehen.
- Artikel empfehlen:










Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben