Hund eine Ladung Schrot in die Beine gejagt

Dem Hund wurde ein Teil der Schrotkügelchen aus den Beinen herausoperiert. Zoom

Dem Hund wurde ein Teil der Schrotkügelchen aus den Beinen herausoperiert. (Kapo SG)

GAMS. Knapp mit dem Leben davongekommen ist der Hund einer Touristin aus Deutschland. Das Tier wurde auf einer Waldstrasse von über 120 Schrotkügelchen getroffen. Die Polizei geht von Absicht aus.

17. August 2012, 09:38
Daniel Walt
Ein Knall, eine Ladung Schrot, ein schwer verletzter Hund: Diese Szene spielte sich am Freitagabend vor einer Woche in einem abgelegenen Gebiet der Gemeinde Gams, nahe der Grenze zu Wildhaus, ab. Eine Touristin aus Deutschland war mit ihrem knapp vierjährigen, braunweissen Pointer-Mischling auf einem Strässchen im Sommerigwald unterwegs. Sie war noch rund 500 Meter von der Alphütte Sommerigweid entfernt, als ihr Tier vom Schuss aus einem Schrotgewehr getroffen wurde.

Im Bachbett gefunden
«Die Frau gab zu Protokoll, dass ihr Tier etwa um 19 Uhr ohne Leine 20 Meter vor ihr auf der Waldstrasse lief», erklärt Hanspeter Krüsi, Chef Mediendienst der Kantonspolizei St.Gallen. Plötzlich hörte die Touristin einen Knall. Vom Schuss getroffen, sprang ihr Hund davon. «In der Folge überschlug es das Tier. Es wurde schliesslich rund 50 Meter von der Waldstrasse entfernt in einem Bachbett gefunden – es war an den Beinen schwer verletzt», sagt Krüsi.

Glück im Unglück
Als die Schrotpatrone platzte, drangen laut der Kantonspolizei über 120 Kügelchen in die Beine des Hundes ein. Hanspeter Krüsi verdeutlicht, wie knapp der Pointer-Mischling mit dem Leben davon gekommen ist: «Die Streuung von Schrot ist ziemlich gross. Wäre der Hund nur etwas weiter oben getroffen worden, wäre er gestorben.» Glück hatte das Tier auch insofern, als dass sich ein Teil der Kügelchen überhaupt herausoperieren liess.

Steckt ein Jäger dahinter?
«Bei der Munition handelt es sich um Schrot, wie er normalerweise auf der Jagd verwendet wird», sagt Hanspeter Krüsi weiter. Demzufolge hält es die Polizei für denkbar, dass ein Jäger hinter der Tat steckt, der den Hund möglicherweise mit einem anderen Tier verwechselt hat. Klar ist: Die Polizei geht von einem bewussten Schuss auf den Pointer-Mischling aus. Weil erste Abklärungen ergebnislos verlaufen sind, ersucht die Polizei die Bevölkerung nun um Mithilfe bei der Suche nach dem Schützen. Verdächtige Feststellungen, insbesondere auch Fahrzeugbewegungen im Gebiet Sommerigweid, sind der Polizeistation Gams, Telefon 058-229-61-80, zu melden.

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