Beschädigte MS Diamant trifft in Luzern ein

SCHIFFSUNFALL ⋅ Das am Donnerstag im Vierwaldstättersee auf Felsen aufgelaufene Motorschiff Diamant ist in seiner Werft in Luzern zu Reparaturarbeiten eingetroffen. Das teilte die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) am Freitagmittag mit.
Aktualisiert: 
08.12.2017, 15:19
08. Dezember 2017, 00:08

Die MS Diamant traf um 11.15 Uhr auf dem Schwimmdock der SGV ein, rund zwei Stunden früher als geplant. Nachdem Polizeitaucher die Lecks provisorisch abgedichtet hatten, konnte das Schiff aus eigener Kraft in seinen Heimathafen zurückkehren. Die Schiffsmotoren haben den Unfall unbeschädigt überstanden. "Im Motorraum gab es keinen Wassereinbruch", sagte SGV-Direktor Stefan Schulthess.

Auf der Fahrt von Kehrsiten über den Vierwaldstättersee nach Luzern war die MS Diamant zur Sicherheit von weiteren Schiffen begleitet worden. Am Donnerstag und Freitag hatten Feuerwehren aus mehreren Gemeinden, darunter aus Stans und Luzern, das Wasser aus dem havarierten Schiff abgepumpt und das Schiff wieder stabilisiert.

Schaden in "siebenstelliger" Höhe

Gemäss Schulthess ist offen, wie lange das Motorschiff Diamant ausfallen wird. Dies sei hauptsächlich von den Lieferfristen für Ersatzteile und Ersatzgeräte abhängig.

Schulthess befürchtet, dass der Sachschaden im Millionenhöhe liegt, Der Schaden sei "sehr hoch". Gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte er, er vermute, der Sachschaden liege im "siebenstelligen Bereich".

Küche und Heizung unter Wasser

Grund sei, dass viele teure Geräte vermutlich ausgetauscht werden müssten. "Das Wasser lief in die Küche, in die Heizung und teilweise in die Kühlzellen der Gastronomie." Müssten all diese Maschinen und Geräte ausgetauscht werden, werde es "teuer". Die handgrossen Lecks am Rumpf zu reparieren, würde bei der Endrechnung im Vergleich dazu nicht gross ins Gewicht fallen.

Der Unfall ereignete sich am Donnerstagabend gemäss dem SGV-Direktor bereits 400 Meter vor der Schiffstation Kehrsiten. Das Schiff schrammte einen Felsen unter Wasser entlang und schlug mehrere Lecks an der linken Seite (backbord) des Motorschiffs.

Drei Schotten liefen darauf mit Wasser voll. "Das Schiff blieb aber manövrierfähig und konnte die Station Kehrsiten aus eigener Kraft ansteuern, wo die Passagiere und Besatzung unverletzt die MS Diamant verlassen konnten." Verletzt wurde niemand.

Ursache unklar

Warum es am Donnerstagabend kurz nach 21 Uhr zum Unfall auf dem mit die 163 Passagieren besetzten Schiff kam, ist unklar. Die Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft Nidwalden sowie die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) haben eine Untersuchung eingeleitet.

Die MS Diamant ist erst seit diesem Jahr in Betrieb. Das 15,5 Millionen Franken teure Motorschiff hatte im Mai seine Jungfernfahrt absolviert. Das Schiff wurde in der Werft der SGV gebaut. (sda)


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