Twitter im Zwiespalt

Der Microblogging-Dienst will nicht zur Spam-Schleuder werden und gleichzeitig anonym nutzbar bleiben. Nicht jede Idee von CEO Dick Costolo scheint praktikabel zu sein.
28. Juni 2012, 16:03
NZZ Online

Twitter befindet sich auf einer schwierigen Gratwanderung: Einerseits setzt man sich für das Recht auf anonyme Meinungsäusserung ein, das unter anderem bei Protesten gegen arabische Machthaber überlebenswichtig ist. Andererseits will der Microblogging-Dienst nicht zur Spam-Schleuder werden. Wie Twitter-Boss Dick Costolo der «Financial Times» sagte , erwägt man unter anderem, getwitterte Antworten von Nutzern in Profilen anderer User zu verbergen, wenn erstgenannte als nicht vertrauenswürdig eingestuft werden. Darauf könnten fehlende Profilbilder, kaum biographische Angaben und eine geringe Zahl an Tweets hindeuten. Diese Kriterien könnten aber auch auf Accounts von Aktivisten zutreffen.

Costolo wies überdies auf das Beispiel eines Fans hin, der einfach nur einem Sportler folgen möchte, ohne selbst gross in Erscheinung zu treten. Hinzu kommt, dass Twitter seit längerem dabei ist, sich von einer textbasierten in eine multimediale Plattform zu verwandeln. Dies äussert sich unter anderem darin, dass man Bilder und Videos direkt auf der Seite anzeigen lassen kann. In Zukunft könnten Umfragen und Ratespiele integriert werden. Eine andere Neuerung nimmt bald konkrete Formen an: Im Juli wird die britische Band Blur ein kurzes Konzert auf Twitter zeigen.


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