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Appenzeller Zeitung: 15. November 2011, 09:07 Uhr

Auf spätherbstlicher Bergtour dem Hochnebel entrinnen

Weisstannen – Unter Lavtina – Horn – Vordersiez – Weisstannen

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Horn, Mels. (Bild: Marcel Steiner)


Hochnebel während mehrerer Tage kann die Stimmungslage der Menschen negativ beeinflussen. Diese spätherbstliche Bergtour ist ein probates Mittel gegen solche wetterbedingte Gemütsverstimmungen. Sie beginnt in Weisstannen auf 1000 Meter über Meer, und sollte der Nebel bis in dieses abgelegene Bergtal hineindrücken, so dürfte man die Nebeldecke auf dem steilen Aufstieg bald durchstossen. Oberhalb des Hebstnebels sind in der Regel milde Temperaturen und eine gute Fernsicht zu geniessen. Und letztere offenbart sich auf dem Horn übers Spitzmeilengebiet, die Alviergruppe und der Gonzen, nicht zu vergessen der Tiefblick auf Weisstannen.


    
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(Bild: Profil KW 46)














Die Wanderung im Überblick

Start und Ziel: Weisstannen

Wanderzeit: 5 Stunden

Weglänge: 10,9 km

Gesamtaufstieg: 900 m

Gesamtabstieg: 900 m

Ausrüstung: Wanderschuhe

Gaststätten: In Weisstannen

Parkplätze: Bei der Kirche und beim Schulhaus Weisstannen

Öffentlicher Verkehr: Via Sargans mit dem Bus Nr. 432 nach Weisstannen-Oberdorf

Kartenmaterial: Wanderkarte 1:25 000 Pizolgebiet; Landeskarten 1:25 000 Blatt 1175 Vättis und Blatt 1174 Elm
 


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(Bild: Karte KW 46)

1. Weisstannen, 1003. Beim Hauptwegweiser im Oberdorf die Richtung Unterlavtina einschlagen und auf der Flurstrasse entlang des Gufelbachs bergwärts gehen. Nach einem vom Forstdienst genutzten Kehrplatz verjüngt sich die Flurstrasse auf einen zunehmend steiler werdenen Bergweg.
Von Mels aus fährt man 12 Kilometer über eine kurvenreiche Strasse ins abgelene Weisstannental. Die beiden Dörfer Weisstannen und Schwendi zählen zusammen rund 250 Einwohner. Das Bergtal im Sarganserland liegt in der Ferienregion Heidiland und gehört zur politischen Gemeinde Mels. Die Stiftung «Erlebnis Weisstannental» setzt sich für den erhalt der «Alten Post», dem einzigen alten Steinhaus in Weisstannen, ein. Das 1772 erbaute Gebäude mit einer einmaligen Geschichte soll nach vielen Jahren voller Leben und über zwanzig Jahre praktisch ohne Funktion aus dem Dornröschenschlaf geweckt werden. Nach einer sanften Renovation soll die «Alte Post» zu einem interaktiven, lebendigen Museum über Mensch, Berg und Tal werden.

2. Unterlavtina, 1308. Bei der Alphütte zweigt die Route Richtung Horn rechts ab. Über die Weide schlängelt sich der Pfad sehr steil zu den Felsplatten der Lavtinarunse empor.

3. Rappenloch, 1701. Schöner Blick auf Weisstannen und talauswärts auf den Gonzen und die Alviergruppe. Der Weg führt links des Alpgebäudes weiter steil aufwärts.
Im Rappenloch ist am 8. Mai 1911 die Wiederansiedlung des Steinbocks geglückt, der damals schweizweit ausgestorben war. 100 Jahre später leben auf dem Gebiet des Kantons St. Gallen wieder rund 1300 Exemplare des stolzen Steinwilds, 700 davon in den Kolonien Graue Hörner und Foostock.
An der paritätischen Kirche St. Mauritius ist die Sonnenuhr an der Südfassade beachtenswert. Sie erinnert an einen Sturmangriff der Reformierten aus Güttingen, Altnau und Herrenhof auf Sommeri im Jahre 1712. Dabei wurden fünf Männer getötet und die Kirche verwüstet und entweiht. Dieser Angriff wird auf dem Zifferblatt der 1713 erstellten Sonnenuhr dargestellt. Die unbekannte Künstlerin ist am Fuss der Sonnenuhr begraben.

4. Horn, 1871. Der höchste Punkt der Wanderung ist erreicht. Beim Gipfelkreuz mit den beiden Ruhebänken entschädigt die Aussicht ins gegenüberliegende Spitzmeilengebiet für die Mühen des Aufstiegs. Über ausgedehnte Alpweiden führt der Weg sanft abfallend Richtung Valtnov Säss.

5. Valtnov Säss, 1769. Richtung Vorsiez beginnt der Abstieg. Was zuvor auf steilem Weg an Höhe gewonnen wurde, muss nun ebenso steil hinuntergestiegen werden: Auf zwei Kilometer Weglänge geht‘s 600 Höhenmeter hinunter bis zum Lauf der Seez.

6. Gula, 1427. Auf der Alp links halten bis zum Einstieg in den Felsenweg, dort dem Wegweiser Richtung Vorsiez/Weisstannen folgen. Der teils in die Felsen gehauene Weg überwindet auf eindrückliche Art und Weise eine schwierige Topographie.

7. Vorsiez, 1194. Entlang der Seez verläuft der Wanderweg talauswärts Richtung Weisstannen. Er verläuft parallel zur Via Alpina, die von Vaduz nach Montreux führt.

8. Chlosterguet, 1066. Der Wanderweg mündet in die Alpstrasse. Auf dieser geht‘s die letzten zwei Kilometer zum Ausgangspunkt der Wanderung in Weisstannen zurück.


     

Bilderstrecke: Wanderung 46-2011

 
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Stand der Information: 15. November 2011
In der Zwischenzeit können sich Änderungen (Verfügbarkeit von Parkplätzen, Öffnungszeiten von Restaurants etc.) ergeben haben.



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