Tagblatt Online, 25. August 2011 06:06:00
Olma setzt auf Schweinisches
Das neue Plakat ist da
Esther Rüesch. (Bild: pd)
ST.GALLEN. Das neue Olma-Plakat ist da – und es überrascht. Zu sehen ist eine dreckige Schweineschnauze. Im Hintergrund: ein strahlend blauer Himmel.
Daniel Walt
«Jugendlich, originell, frisch»: Diese Attribute verbindet Katrin Meyerhans, Leiterin Publikumsmessen, mit dem neuen Olma-Plakat. Es ist bereits auf der offiziellen Homepage abrufbar. Und Nicolo Paganini, Direktor der Olma Messen St.Gallen, hat daraus auf Facebook sogar sein Profilbild gemacht.«Direkt aus dem Leben»
Verantwortlich für das Plakat zeichnet Esther Rüesch, eine 34-jährige Grafikerin aus St.Gallen. «Das Plakat drückt für mich Lebensfreude aus», sagt sie. Sie habe unbedingt ein Plakat mit einem Schwein gestalten wollen, weil die Säulirennen populär seien und die Bundesräte an der Olma immer mit Ferkeln für die Medien posierten. Rüesch benutzte für ihren Vorschlag, der bei den Verantwortlichen schliesslich obenaus schwang, ein bereits existierendes Foto von Thomas Egger. Die dreckige Schweineschnauze störte sie dabei nicht – im Gegenteil: «Heutzutage wird in der Werbung so viel künstlich aufgepeppt, dass ich ein Plakat gestalten wollte, welches direkt aus dem Leben gegriffen ist. Denn die Olma ist bodenständig», hält sie fest. Wichtig war Esther Rüesch auch der grosszügige Freiraum zwischen dem Schwein und den Daten der Olma im oberen Bereich. Viele Plakate seien heutzutage überladen, sagt sie.
Seit längerem entschieden
Bereits zum zweiten Mal wirbt ein Plakat von Esther Rüesch für die St.Galler Traditionsmesse: Die Grafikerin hatte bereits für das Plakat der Ausstellung 2009 verantwortlich gezeichnet – das Sujet damals: Äpfel. Marco Kleger, Mitinhaber der Olma-Werbeagentur Tachezy Kleger Fürer AG, blickt zurück: «Wir haben die Plakate für die Ausstellungen 2009, 2010 und 2011 gleichzeitig bestimmt.» Die Agentur schreibt jeweils ausgewählte Grafiker beziehungsweise Grafikerklassen von Schulen an, um eine Anzahl Vorschläge für neue Olma-Plakate einzuholen. Welches schliesslich zum Handkuss kommt, entscheiden die Verantwortlichen der Olma sowie der Agentur.
Gegen 900 Plakate in der ganzen Deutschschweiz
«Ein Olma-Plakat muss auffallen, einzigartig sein und die Themen Landwirtschaft und/oder Ernährung transportieren», hält Marco Kleger fest. Wichtig sei es, dass das Plakat ein Blickfang sei und die Botschaft auf das Wesentliche reduziere. Für ihn persönlich sagt das diesjährige Plakat vor allem eins aus: «Es ist wieder Olma». Damit das auch die Bevölkerung merkt, werden ab dem 26. September gegen 900 schweinische Plakate in der ganzen Deutschschweiz aufgehängt. Die Verantwortlichen wollen zudem die elektronischen Plakatwände am Hauptbahnhof Zürich nutzen, um für ihre Messe zu werben.

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