Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 1. August 2012, 17:55 Uhr

Weitere Schrumpfkur bei Société Générale

Der Hauptsitz der Société Générale in Paris. Zoom

Der Hauptsitz der Société Générale in Paris. (Bild: Keystone/AP)

Die zweitgrösste französischen Bank, die Société Générale, muss für das zweite Quartal einen deutlich geringeren Gewinn ausweisen. Der Gewinneinbruch ist hauptsächlich auf Abschreibungen in Russland und in den Vereinigten Staaten zurückzuführen, wo das wirtschaftliche Umfeld schwierig bleibt.


Schrieb man 2011 noch einen Überschuss von 747 Mio. €, verblieben per Ende Juni 42% weniger, nämlich 433 Mio. €. Das Institut, dass 2011 wegen der Schuldenkrise und Abschreibungen in Schieflage geraten war und fast die Hälfte des Marktwerts verlor, will im laufenden Jahr die Schrumpfkur fortsetzen und vor allem das Investment Banking redimensionieren und durch Veräusserungen die Bilanzsumme anpassen.

Der Gewinneinbruch ist hauptsächlich auf Abschreibungen in Russland und in den Vereinigten Staaten zurückzuführen, wo das wirtschaftliche Umfeld schwierig bleibt. Bei der russischen Rosbank belaufen sich die Wertberichtigungen auf 250 Mio. €, die in erster Linie das Retailgeschäft betreffen; dies wiederum führt dazu, dass das internationale Detailgeschäft mit einem Quartalsverlust von 231 Mio. € abgeschlossen werden muss.

Im Asset-Management läuft es in Asien rund, aber es harzt in den USA: Beim amerikanischen Vermögensverwalter TCW Group müssen 200 Mio. € abgeschrieben werden. In dem am meisten von den internen Umwälzungen betroffenen Investmentbereich (CIB), wo Ende vergangenen Jahres der Abbau von 1600 Stellen beschlossen worden war, sank der Gewinn von 449 Mio. € auf 131 Mio. €. Mit Schwierigkeiten beim CIB kämpfen auch andere Banken, darunter die Deutsche Bank. Der Branchenprimus in Frankreich, BNP Paribas, wird am Donnerstag seine Ergebnisse vorlegen.

Nach drei schwierigen Jahren mit negativer Publizität lautet die Devise bei SocGen: «Kleiner, aber stärker.» Gemäss Direktionspräsident Frédéric Oudea soll in diesem Zusammenhang die Eigenkapitalbasis durch internes Wachstum gestärkt werden; Kapitalerhöhungen seien indessen nicht vorgesehen. Durch Einbehaltung (und Verbesserung) der Gewinne könne die Kernkapitalquote, die 2010 und 2011 bei 8,8% bzw. 9,3% lag, bis Ende 2013 auf 9,5% verbessert werden. Zur Dividende, die 2011 ausblieb, will sich das Institut noch nicht äussern.



Morgen in der
150 Container und fünf Mann
Rheinschifffahrt Der junge St. Galler Richard Bodenmann steuert als patentierter Kapitän ein Containerschiff.
Gemeinden unter Spardruck
Finanzen Die Gemeinden können kaum noch entscheiden, wie sie ihr Geld ausgeben – weil die Kantone sparen.
Das Schwein im Teller
Fleischverzehr Die Metzgete ist so beliebt wie eh und je. Der Weg der Sau vom Stall in den menschlichen Magen ist blutig. Dafür verwerten die Köche fast jedes Körperteil.
Der Richter und sein Cello
Markus Metz Der Präsident des Bundesverwaltungsgerichts St. Gallen über komplexe Rechtsfälle und seine Freizeit.

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Tippen & Gewinnen

Ostschweizer Trauerportal

teaser-ROS-trauer

tagblatt.ch / leserbilder

leserbilder.jpg