Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 2. Juli 2012, 11:39 Uhr

Wenn die Freude an der exotischen Pflanze am Zoll endet

Der Fransenflügler ist sehr gefrässig. Er kann über importierte Pflanzen eingeschleppt werden. Zoom

Der Fransenflügler ist sehr gefrässig. Er kann über importierte Pflanzen eingeschleppt werden. (Bild: pd)

Pflanzenfreunde, die in die Ferien reisen, müssen sich bewusst sein, dass sie bei der Rückkehr nicht alle Pflanzen einführen dürfen. Denn dadurch besteht die Gefahr, dass Krankheiten und Schädlinge importiert werden.


ubl. Nippsachen, Billig-Kopien von teuren T-Shirts oder alkoholische Getränke: Es gibt viele Möglichkeiten, die Ferien nach der Rückkehr wenigstens in der Erinnerung noch etwas zu verlängern. Viele Touristen, die in den Süden reisen, träumen zudem davon, sich einen kleinen Teil der dortigen Vegetation in den heimischen Garten zu holen. Der Bund warnt nun davor, dass man auch mit Pflanzen am Zoll hängen bleiben kann.

Krankheiten importieren

Denn mit exotischen Pflanzen bringt man nicht nur bunte Blüten oder süsse Früchte in die Schweiz, man kann – ohne Absicht selbstverständlich – schädliche Organismen einführen. Viele Pflanzen sind deshalb mit einem Einfuhrverbot belegt, oder es müssen Einfuhr-Dokumente beigelegt werden.

Bei der Einreise kann man nicht auf Nachsicht der Zöllner hoffen. Wer eine verbotene Pflanze einführen will oder keine Dokumente vorweisen kann, muss damit rechnen, dass seine Pflanze nicht im Garten, sondern im Abfall landet. Laut einer Mitteilung wird dadurch verhindert, dass durch importierte, gefährliche Organismen massive Schäden in der Land- und Forstwirtschaft oder in Jungpflanzen-Betrieben angerichtet werden.

Grosse Schäden möglich

Als Beispiel wird in der Mitteilung des eidgenössischen Pflanzenschutzdienstes der Fransenflügler («Thrips palmi») genannt. Dieser kleine Schädling kann sowohl auf Schnittblumen, wie auch auf Zierpflanzen oder Gemüse nachgewiesen werden. Die Tiere saugen die Pflanzen gewissermassen aus und können vor allem in Gewächshauskulturen grosse Schäden anrichten. Zwar wurde der Fransenflügler noch nie in der Schweiz nachgewiesen, er wurde aber schon mehrfach auf importierten Pflanzen erkannt, worauf diese Pflanzen vernichtet wurden.

Nicht gänzlicher Verzicht

Ganz müssen die Schweizer Touristen jedoch nicht auf Freuden in Form von fremder Flora verzichten. Früchte und Gemüse (ausser Kartoffeln) sowie Schnittblumen bis 3 Kilogramm dürfen mit einigen Ausnahmen (siehe unten) eingeführt werden.

Pflanzen, Pflanzenteile, Blumenzwiebeln sowie Garten- und Blumenerde aus der EU unterliegen keinen Einfuhrbestimmungen, sofern sie für die persönlichen Gebrauch bestimmt sind. Wegen der Gefahr von Feuerbrand gibt es zwei Ausnahmen: Die Einfuhr der Zwergmispel und von Lorbeer-Glanzmispel Stranvaesia ist verboten.

Die Liste der verbotenen Pflanzen

Pflanzen, Pflanzenteile und Blumenzwiebeln aus anderen als EU-Ländern unterliegen der Kontrolle durch den Pflanzenschutzdienst oder dürfen gar nicht importiert werden. Nicht importiert werden dürfen folgende Pflanzen:

Apfelbaum (Malus)

Birnenbaum (Pyrus)

Bitterorange (Poncirus)

Eiche (Quercus)

Eberesche, bzw. Vogel- und Mehlbeere (Sorbus)

Feuerdorn (Pyracantha)

Kartoffeln und ähnliche Nachtschattengewächse (Solanacea)

echte, essbare Kastanie (Castanea)

Kumquats (Fortunella)

Mispel (Mespilus)

Nadelgehölze (Koniferen)

Quittenbaum (Cydonia)

Reben (Vitis)

Rosen

Steinobstbäume (Aprikose, Kirsche, Mandel, Pfirsich, Pflaume und Zwetschge) und alle Zierformen der Gattung Prunus

Weissdorn (Crataegus), alle Arten und Sorten

Wollmispel (Eriobotrya)

Zier- oder Scheinquitte (Chaenomeles)

Zitrusgewächse (Citrus)

Wer eine kontrollpflichtige Pflanze einführen will, braucht ein sogenanntes Pflanzenschutzzeugnis. Dieses Dokument muss im Herkunftsland besorgt werden. Im Internet sind die zuständigen Stellen zu finden. Informationen zu solchen kontrollpflichtigen Pflanzen sind ebenfalls im Netz zu finden .



Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Tippen & Gewinnen

Ostschweizer Trauerportal

teaser-ROS-trauer

tagblatt.ch / leserbilder

leserbilder.jpg