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Tagblatt Online, 11. Juli 2012, 11:22 Uhr

Schweizer Fernsehen verliert Marktanteile

Dem Schweizer Fernsehen fällt es schwer, das jüngere Publikum zu errreichen. Zoom

Dem Schweizer Fernsehen fällt es schwer, das jüngere Publikum zu errreichen. (Bild: Imago)

Das Schweizer Fernsehen hat im ersten Halbjahr erneut Marktanteile verloren. Auch die Informationssendungen erreichten weniger Zuschauer.


Von Rainer Stadler

Die Fussball-EM hat dem Schweizer Fernsehen (SF) keinen grossen Auftrieb gegeben. Trotz dem sportlichen Grossereignis sind die Marktanteile von SF im ersten Halbjahr 2012 leicht zurückgegangen, und zwar von 30,7% (Vorjahresperiode) auf 29,8%. Im Jahr 2010 lag dieser Wert noch bei 33,8%. Diese Zahlen beruhen auf einem 24-Stunden-Vergleich. Negativ ist auch der Trend zur Hauptsendezeit (19 Uhr bis 22 Uhr 30). Hier sank der Marktanteil von 40,6% auf 39,9% (2010 waren es 43,4%).

Der wichtigste Kanal, SF 1, konnte den Gewinn vom Vorjahr nicht halten. Zur Hauptsendezeit nahm sein Marktanteil von 31,4% auf 29,2% ab (2010: 29,6%), im 24-Stunden-Vergleich von 21% auf 19,2% (2010: 20,2%). Negativ auf die Nachfrage wirkte sich aus, dass die Nachrichten weniger brisant waren als im Vorjahr, das von der Katastrophe in Japan und von den Unruhen im arabischen Raum geprägt war. SF 2 legte am Hauptabend zu, von 7,8% auf 9,4% (2010: 12,4%), dies auch im 24-Stunden-Vergleich, nämlich von 8% auf 8,9% (2010: 11,9). – Diese Daten wurden uns von Schweizer Radio und Fernsehen auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Ein Grund für die Verluste mag die Tatsache sein, dass Fernsehsendungen vermehrt zeitversetzt genutzt werden. Die Forschung arbeitet derzeit daran, den zeitversetzten Konsum in die Datenerhebung zu integrieren. Im kommenden Jahr wird ein entsprechendes Messverfahren eingeführt werden. Ferner drückt das seit Jahren wachsende Angebot an Fernsehsendern auf die Reichweite der führenden Stationen.

Deutlich Marktanteile verloren haben im ersten Halbjahr wichtige Informationssendungen von SF. Die «Tagesschau» erreichte 48% (–2,8% im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011), «10 vor 10» erzielte 30,7% (–4,4%), die «Rundschau» 17% (–3,4%), der «Kassensturz» 30,5% (–2,2%) und die «Arena» 18,9% (–2,3%).

Zu den Zuschauerhits zählten in den vergangenen sechs Monaten folgende Sendungen: die Ski-Abfahrt der Männer in Wengen am 14. Januar (998 000 Personen), das Fussball-EM-Spiel Deutschland - Italien (909 000), das Spiel England - Italien (854 000) und die «Swiss-Award-Millionen-Gala» (801 000). Gute Beachtung fand ferner der Fernsehfilm «Nebelgrind» über die Alzheimerkrankheit (756 000).

Weiterhin fällt es SF schwer, das jüngere Publikum zu erreichen. Während es unter den Personen ab 3 Jahren im 24-Stunden-Vergleich einen Marktanteil von 30,7% erzielt, liegt dieser bei den Personen zwischen 15 und 49 Jahren bei 21,4% (–0,7%) und bei den 15- bis 29-Jährigen bei 17,5% (–1%).



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Leser-Kommentare:
3 Beiträge
deich (11. Juli 2012, 09:16)
Ratlos

SF ist nicht mehr "Bi de Lüt". Das verwundert kaum: Seit geraumer Zeit ist ein grandioses "Schweiztümeln" in allen Richtungen zu beobachten. Das reisst nun wirklich - zum Glück! - nicht mehr viele vom Hocker, besonders jüngere Zuschauer nicht. Und es sticht weder ein "Jass-Spässli", eine "Promisendung", noch eine Gummibootequippe (wer kommt auf so einen Blödsinn?). Selbst Literatursendungen sind stinklangweilig im Verhältnis zu Ausländischem in dieser Sparte. Da machen dann auch Lauberhorn oder Federer den Braten nicht fetter, schon gar nicht eine politische "Schnörrirunde", wie die unselige Arena (Wer wirft da endlich das Handtuch?). Schwierig, schwierig! Und so könnte wohl nur noch ein Akw-Crash im dicht besiedelten Mittelland helfen, obwohl dann blitzartig viele Zuseher bereits ausgefallen sind. Was übrig bleibt, wäre Bescheidenheit, die zu Qualität werden könnte. Vielleicht die richtige Antwort auf die Zeit. Verantwortliche ratlos.

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stargate (11. Juli 2012, 08:27)
Blind

Mit solch langweiligen Sendungen zur Hauptsendezeit muss einem ja die Lust am Fernsehen vergehen. Und gerade bei der Fussball EM wurde zuviel von den Profilierungsmoderatoren geredet, so dass der Einzug der Mannschaften und die Landeshymnen fast verpasst wurden. Da haben es die anderen Sender besser gemacht. Warum die Jungen nicht erreicht werden? Ganz einfach. Die meisten Jungen wollen keine Sendungen über den Alltag, Alltagsprobleme, Medizin, und die ganzen Aeschbacher Themen abschauen. Die stehen nämlich selber mitten drin und wollen sich nicht noch mehr mit negativem Zeugs belasten.

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Punto (11. Juli 2012, 08:08)
Wen wunderts

vielleicht sollten sie mal die Berichterstattung neutraler gestalten und nicht immer mit dem dunkelroten *Mänteli*. Ausserdem immer derselbe Einheitsbrei *Fünf gegen Fünf* mehr als abgelutscht. Ich habe mir das SF abgewöhnt!

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