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Tagblatt Online, 25. Juni 2012, 21:46 Uhr

Risikoreiches altes Holz in Cheminées

Künftig soll auch mechanisch bearbeitetes, bereits anderweitig genutztes Holz in kleinen Öfen und Cheminées verbrannt werden. Zoom

Künftig soll auch mechanisch bearbeitetes, bereits anderweitig genutztes Holz in kleinen Öfen und Cheminées verbrannt werden. (Bild: Keystone)

Die energetische Nutzung von Holz in kleinen Anlagen soll einfacher werden. Doch die Lockerungen bergen auchökologische Risiken.


dsc. Gemäss der bestehenden Luftreinhalteverordnung darf in kleinen Öfen und Cheminées nur naturbelassenes Holz verbrannt werden. Das soll nun anders werden. Künftig soll auch mechanisch bearbeitetes, bereits anderweitig genutztes Holz auf diese Weise problemlos genutzt werden. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hat zu dieser Verordnungsänderung am Montag eine Anhörung eröffnet. Neu dürften demnach Zaunpfähle, Einwegpaletten oder Holzreste aus Schreinereien von Privaten verbrannt werden. Verunreinigtes oder «mit holzfremden Stoffen» behandeltes Holz müsste hingegen weiterhin speziellen Anlagen zugeführt werden, so das Bafu.

Diese aufgegleiste Lockerung der Regelung basiert auf einem parlamentarischen Vorstoss von Erich von Siebenthal (svp., Bern). Dieser begründete sein Anliegen mit den energetischen Vorteilen einer möglichst unkomplizierten lokalen Nutzung von Holz. Im entsprechenden Bericht weist aber das Bafu auf Risiken hin. Es müsse angenommen werden, dass es in der Praxis zu Fehlbeurteilungen der Feuerungsbetreiber komme, indem diese belastetes Holz als vermeintlich unbehandelt einstuften und in kleinen Anlagen verbrennen würden, so das Bafu.

Untermauert wird diese Annahme von entsprechenden Studien. Solche Fehlbeurteilungen durch Privatpersonen hätten «problematische Dioxin- oder Schwermetallemissionen» zur Folge, so das Bafu. In solchen Fällen würden die ökologischen Nachteile gegenüber den Vorteilen einer unkomplizierten Lösung überwiegen, so die Erläuterungen des Bafu, das sich aber mit einer Gesamtbeurteilung des parlamentarisch gewünschten Schrittes auffällig zurückhält.

Während der Bund in diesem Bereich eine Lockerung der Normen aufgleist, zeichnet sich just bei den Cheminées und kleinen Öfen im Übrigen eine Verschärfung ab. Um die Feinstaubemissionen zu reduzieren, will das Bafu «eine Pflicht zur Emissionsmessung nach einer geeigneten Methode» einführen, die dann je nach Situation einen nachträglichen Einbau von Filteranlagen zur Folge haben könnte, wie auf Anfrage bestätigt wird. Der Feinstaubausstoss kleiner Heizungen lässt sich aber auch wirksam verringern, indem auf die Funktionstüchtigkeit und den sachgemässen Betrieb der Anlage geachtet und ausschliesslich geeignetes Brennmaterial verwendet wird.

Die Nutzung von Holz als erneuerbare Energie hat in den letzten Jahren zugenommen – eine auch für die Waldwirtschaft positive Entwicklung. Gleichzeitig verstärken sich die Bemühungen im Bereich der Emissionen.



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Leser-Kommentare:
2 Beiträge
unangan (26. Juni 2012, 21:19)
na dann....

eine Tonne hergestellter Zement erzeugt erwiesener Massen mehrere hundert Kilogramm CO 2...
Ein kleines Feuer mit "umweltschädlichem" Holz erzeugt wie viele umweltschädliche Rauchpartikel...???..
Und dies auf die ganze Schweiz umgerechnet.
eine einfache Rechnung.
Alle Flugbewegungen weltweit erzeugen nur mal ein drittel der Co2 Belastungen im Verhältnis zur weltweiten Zementherstellung.
Trotzdem verbieten wir in der Schweiz kleine Feuerlein im privaten Haushalt, als ob so "die Welt zu retten sei".

Unsinniges Denken, Verordnen, und Handeln...!!!..
Schaumschlägerei in "Reinkultur"...!!!..

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adolfk31 (26. Juni 2012, 05:25)
.Verhältnis Blödsinn ..

Wie viel katalogisierter amtlich spezifizierter Umweltdreck speien die auf der ganzen Welt von Menschen nicht beeinflussbaren Vulkane dazu bei, und, die Wald Brände, derzeit in den USA ? ... Keine wirklichen Probleme zu lösen ? Oh, Ihr warmen ...

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