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Tagblatt Online, 31. Juli 2012, 16:54 Uhr

Leicht mehr gewaltbereite Fans

In der Hooligan-Datenbank waren im Juli 1222 Personen registriert. Zoom

In der Hooligan-Datenbank waren im Juli 1222 Personen registriert. (Bild: imago)

Wieder ist die Zahl der registrierten gewaltbereiten Besucher von Sportveranstaltungen in der Schweiz leicht gewachsen. In der Hooligan-Datenbank Hoogan des Bundes waren Ende Juli 1222 Personen erfasst.


((sda))

Das sind 12 Personen mehr als vor einem halben Jahr. Seit Anfang Jahr registrierten die Behörden 174 Personen neu im Informationssystem. Gleichzeitig wurden 139 Personen ordentlich gelöscht, wie das Bundesamt für Polizei (fedpol) am Dienstag mitteilte.

Erfasst wird in Hoogan, wer sich bei Sportveranstaltungen gewalttätig verhalten hat und deshalb eine Massnahme wie beispielsweise ein Stadionverbot als Sanktion auferlegt erhielt. Risikofans sollen mit Hilfe der Datenbank von Spielen ferngehalten werden. Hoogan existiert seit 2007 und wird vom fedpol betrieben.

Unverändert stammen die Hoogan-Kunden zum grössten Teil aus dem Fussball-Umfeld: 71 Prozent der Registrierten haben einen Bezug zu dieser Sportart. Bei 29 Prozent fand sich ein Bezug zu Eishockey.

Ebenfalls fast unverändert präsentiert sich die Altersverteilung: Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Erfassten ist zwischen 19 und 24 Jahren alt. 26 Prozent sind 25- bis 29-Jährige. Der Anteil der jüngsten Gewalttäter zwischen 15 und 18 Jahren liegt bei 7 Prozent. Unter den Registrierten sind zehn Frauen.

In den zwei höchsten Fussball-Ligen und im Schweizer Fussball-Cup wurden eine Meldeauflage, 129 Rayon- und 77 Stadionverbote erfasst. In den zwei höchsten Eishockey-Ligen waren es 57 Rayon- und 36 Stadionverbote. Im Vergleich zur Saison 2010/2012 gab es damit beim Fussball klar weniger Meldungen, beim Eishockey dagegen etwas mehr.

In fünf Fällen durften Fans wegen Ausreisebeschränkungen nicht an internationale Fussballspiele reisen.



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Leser-Kommentare:
2 Beiträge
avathyl (31. Juli 2012, 21:30)
Pyro = Gewalt? Ultra oder Hooligan?

Erneut wird ein Bericht über angebliche Hooligans mit einem Pyrobild illustriert. Das zünden von Pyros ist verboten, hat aber nichts mit Gewalt zu tun. Dieses Zünden ist für die allermeisten Stadionverbote verantwortlich, nicht Gewalt. Wer Pyros zündet ist daher nicht automatisch gewaltbereit. Ist so viel Unterscheidungsvermögen denn wirklich zu viel verlangt? Und wenn wir schon dabei sind. Der Begriff "Hooligan" wird in diesem Zusammenhang zwar oft verwendet, ist aber trotzdem völlig falsch. Bei den Fans welche Pyro als Stimmungsmittel einsetzen, handelt es sich um Ultras. Aber was schreibe ich hier, auch der nächste Artikel wird mit diesen Fehlern erscheinen. Schweizer Journalisten sind offenbar nicht bereit sich zu informieren und ihre Fehler zu korrigieren. Damit tragen Sie wider besseren Wissens dazu bei, dass weiterhin Richter völlig überissene Strafen für das Pyro zünden verhängen. Weil so jemand ja gewalttätig ist.

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nahona (31. Juli 2012, 21:25)
Echt toll?

Ich sehe oft eine Wand irgendwo in der Ostschweiz mit der Aufschrift, wir sind die Hools, oder so ähnlich. Mit Stinkefinger natürlich.
Der Welt den Finger zeigen? Ist das die einzige Botschaft dieser Leute? Das kann ich auch wenn's denn sein muss!

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