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Tagblatt Online, 2. Juli 2012, 08:49 Uhr

Im Ausland

Oben ohne festgenommen

Im Ausland

STRAND, SANDSTRAND, SONNENBAD, SONNENBADEN, Zoom

Wer sich an den Stränden Rios schnell umziehen will, kann wegen «Erregung öffentlichen Ärgernisses» sofort verhaftet werden. (Bild: ap/Felipe Dana)

Alte Münzen auf dem Basar kaufen, öffentlich Alkohol trinken, oben ohne am Strand liegen oder Autostopper mitnehmen: All das kann im Ferienland die Justiz auf den Plan rufen.

Kai Althoetmar

Andere Länder, andere Sitten: Auf vieles, was in Mitteleuropa als legal oder normal gilt, stehen anderswo Geld- und Haftstrafen. Dass Länder wie Saudi-Arabien oder Iran beim Alkohol keinen Spass verstehen, ist bekannt. Aber auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, in den USA, ist Alkoholgenuss fast überall in der Öffentlichkeit verboten. Schon das sichtbare Tragen alkoholischer Getränke ist normalerweise strafbar. Ausserdem darf Alkohol in den USA nicht an unter 21-Jährige abgegeben werden.

Apropos Jugendliche: Wer seine minderjährigen Kinder unbeaufsichtigt lässt, riskiert in einigen US-Bundesstaaten eine Strafe.

Oben-ohne-Busse

Auch was nackte Haut anbelangt, sind nicht alle Länder so tolerant wie etwa Deutschland mit seinen FKK-Stränden an der Ostsee. In Brasilien behält man die Kleider besser an: Oben-ohne-Baden und das Umkleiden in der Öffentlichkeit gilt in dem südamerikanischen Land als «Erregung öffentlichen Ärgernisses» – beides kann zur Festnahme führen. In Südafrika ist Nacktbaden strafbar.

Wer sich politisch betätigen will, macht das besser daheim als im Ausland: Mischt man sich etwa in Kuba ins politische Geschehen ein, drohen hohe Haftstrafen.

«Keine Anhalter mitnehmen»

Oft gehen die ausländischen Zoll- und Polizeibeamten auch hart gegen Drogenschmuggler vor. Die Türkei zählt wie Griechenland und Bulgarien zu den Transitländern internationaler Dealerbanden. In der Türkei drohen zehn bis zwanzig Jahre Haft auf die Einfuhr von Rauschgift, sechs bis zwölf Jahre auf die Ausfuhr.

Steht in Bulgarien ein Einheimischer am Strassenrand und bittet um eine Mitfahrgelegenheit, lässt man ihn besser stehen – sofern die Fahrt über die Grenze führt. Denn halten die Beamten den Touristen für einen Schleuser, ist er sein Fahrzeug los. Der bulgarische Staat zieht das Auto entschädigungslos ein. Ausserdem droht dem Beschuldigten ein Ausreiseverbot. Mögliche Konsequenz: ein monatelanger Zwangsaufenthalt.

Auch in Griechenland drohen Schleusern hohe Haft- und Geldstrafen. Das Auswärtige Amt rät deshalb, gar nicht erst Fremde und Anhalter im Auto mitzunehmen. Und weil es schon vorgekommen sei, dass sich «blinde Passagiere» in Campern versteckt haben, solle man Fahrzeuge gut überwachen, lautet eine weitere Empfehlung.

Fotografieren verboten

Schwierigkeiten können Touristen auch wegen antiker Souvenirs bekommen. In der Türkei gelten Antiquitäten, alte Münzen und Fossilien als «Kultur- und Naturgüter» und damit als Staatseigentum. Wer bei Erwerb, Besitz oder Ausfuhr erwischt wird, muss mit mehreren Monaten Untersuchungshaft und anschliessender hoher Kautionszahlung rechnen. In Einzelfällen folgen Haftstrafen.

Steckt man sich in Griechenland für Grossmamas Vitrine ein Stückchen Akropolis in die Tasche und wird dabei ertappt, lernt man die Gastlichkeit griechischer Gefängnisse kennen. Ähnliches in Russland: Antiquitäten und Kunst aus der Zeit vor 1945 dürfen nicht exportiert werden.

Wer sich an eine weitere Regel hält, vermeidet viel Ärger: In zahlreichen Ländern ist das Fotografieren militärischer oder anderer sicherheitsrelevanter Einrichtungen (Regierungsgebäude oder Gefängnis) verboten. Will man auf Nummer Sicher gehen, lichtet man auch den Flughafen nicht ab.



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