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Tagblatt Online, 15. Juni 2012, 15:56 Uhr

Mit drei Motoren über den Atlantik

Mit 75 Jahren noch immer eine Schönheit: Eine Ju-52, kunstvoll ausgeleuchtet. Zoom

Mit 75 Jahren noch immer eine Schönheit: Eine Ju-52, kunstvoll ausgeleuchtet. (Bild: Ju-Air)

Die «Tante Ju», wie sie im Volksmund liebevoll genannt wird, fliegt in die USA. Am Montag startet eine der vier in Dübendorf stationierten Junkers Ju-52 zu einem Transatlantikflug.


Urs Holderegger

Sie gehört zu den bekanntesten Flugzeugen der Luftfahrtgeschichte und ist über achtzig Jahre nach ihrem Erstflug noch immer in ihrem Element: Die Junkers Ju-52 oder «Tante Ju», wie sie im Volksmund genannt wird. Von den momentan noch acht flugfähigen Exemplaren sind deren vier in der Schweiz auf dem früheren Militärflugplatz Dübendorf stationiert.

Von dort aus wird am Montag die JU-52 HB-HOT zu einem aussergewöhnlichen Flug starten. Über mehrere Etappen wird der 75-jährige Oldtimer in die USA fliegen. Die Reise führt über England, Island, Grönland und Kanada nach Nordamerika. Dort wird die Schweizer Ju an der Luftfahrtmesse in Oshkosh teilnehmen, wo sie bereits als Ehrengast angekündigt wird. Ermöglicht wird dieser Flug von einem deutschen Sponsor, auf dessen Website die Stationen des Fluges nachvollzogen werden können.

Mit Schwimmern in Brasilien

Die Ju-52 wurde in den dreissiger Jahren hauptsächlich von der deutschen Lufthansa und der Luftwaffe eingesetzt. Die Lufthansa expandierte mit dem robusten Passagierflugzeug auch nach Südamerika, wo die Deutschen den zivilen Luftverkehr vor dem Zweiten Weltkrieg nahezu dominierten. In Brasilien wurden sogar Ju-52 mit Schwimmern eingesetzt.

Als Passagierflugzeug war die Ju-52 mit dem Aufkommen der viel moderneren Douglas DC-3 bald überholt. Als Transportflugzeug war die «Tante Ju» im Zweiten Weltkrieg für die deutsche Wehrmacht unentbehrlich. Sie transportierte Fallschirmjäger nach Kreta, flog verwundete deutsche Soldaten aus Stalingrad aus und wurde in den letzten Kriegsmonaten auch zur Rettung von Flüchtlingen aus Ostpreussen eingesetzt.

Bis 1981 bei der Schweizer Luftwaffe

Die Schweizer Luftwaffe bestellte 1939 bei den Junkers-Werken drei Ju-52, die bis 1981 im Einsatz als Transportflugzeug standen. Dank einer Gruppe Enthusiasten konnten die drei Veteranen in der Schweiz bleiben und werden von der Dübendorfer Ju-Air für Rundflüge eingesetzt. Bei der vierten Ju-52, die in Dübendorf stationiert ist, handelt es sich um einen spanischen Lizenzbau. Dieses Flugzeug gehört einer deutschen Vereinigung und wird von der Ju-Air betrieben.



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Leser-Kommentare:
2 Beiträge
wrstrub (16. Juni 2012, 20:08)
Kanada

Dieser Flug wird mit Intersse gefolgt. Notieren: Kaanada ist ein wichtiger Teil Norrd Amerikas!

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unangan (16. Juni 2012, 15:04)
wenn....

solche "Dreckschläudern" den Atlantik überqueren.... und ich nicht mal ein kleines "Feuerlein" im Garten entfachen darf... da bleibt mir das "Räuchlein" im Halse stecken.
Warum soll die alte Tante Ju nach Amerika fliegen ?
Sicher nur der Piloten Freude wegen.
Solche "Dreckschleudern" mit Nostaliewert sollten endlich ins Museum verschwinden...!!!..
Oder besser noch:, auf einem Schrottplatz "wieder verwertet" werden.

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