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Tagblatt Online, 23. Juli 2012, 14:16 Uhr

Leichte und kurze Grippeepidemie in der Schweiz

Kinder bis vier Jahren wurden am häufigsten wegen grippaler Erkrankungen zum Arzt gebracht. Zoom

Kinder bis vier Jahren wurden am häufigsten wegen grippaler Erkrankungen zum Arzt gebracht. (Bild: Keystone / Gaetan Bally)

Die Schweiz hat eine leichte, eher kurze Grippeepidemie hinter sich, wie das Bundesamt für Gesundheit schreibt. 144 000 Personen gingen wegen Grippesymptomen zum Hausarzt - weniger als in früheren Jahren. Die Impfung schützte nur unvollständig vor den Viren.


(sda)

Gemessen an der Anzahl Einwohner wurden bis vierjährige Kleinkinder am häufigsten wegen grippaler Erkrankungen zum Arzt gebracht, wie es im neuesten Bulletin des Bundesamts für Gesundheit (BAG) heisst. Auf 100 000 Einwohner kamen bei den Kleinsten 2787 Arztbesuche. Bei den über 64-Jährigen waren es 892.

Leicht erhöhte Sterberate bei Rentnern

Auf dem Höhepunkt der Grippewelle war die Zahl der Arztbesuche pro 100 000 Einwohner deutlich tiefer als im Durchschnitt der zehn Vorjahre. Bei den Menschen im Rentenalter war die Anzahl Todesfälle in den Wochen, in denen die Grippeepidemie am stärksten war, leicht höher als erwartet.

Dies könnte laut BAG darauf hindeuten, dass die Grippe häufiger schwerwiegend verlief. Denn im Vorjahr waren in etwa gleich viele Rentner wegen Grippesymptomen zum Hausarzt gegangen, und doch war die Sterblichkeit in der Grippesaison nicht erhöht. Direkt im Spital behandelte Menschen wurden nicht mitgezählt.

Impfung schützte unvollständig

Die für die Saison 2011/2012 verabreichten Impfstoffe schützten nur unvollständig vor den zirkulierenden Viren, weil diese sich während der Epidemie veränderten. 7 Prozent der Erkrankten hatten sich auch impfen lassen. In der Vorsaison waren 5 Prozent der Patienten trotz Grippeimpfung erkrankt.

Die Nachfrage nach der Grippeimpfung war 2011 weniger gross als im Vorjahr. Nach Angaben der fünf Impfstoffhersteller wurden bis Ende Jahr - die Impfung wird im Herbst empfohlen - 1,15 Millionen Dosen für die Schweiz ausgeliefert. Das waren 7 Prozent weniger als 2010 und weniger als das Mittel (1,24 Millionen Dosen) der letzten zehn Jahre.

Mit Blick auf die nächste Grippewelle sind für den kommenden Herbst 1,3 Millionen Impfdosen vorgesehen. Am 2. November ist erneut ein nationaler Grippeimpftag geplant. Dann kann man sich in allen Arztpraxen ohne Anmeldung impfen lassen.



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