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Tagblatt Online, 2. Juli 2012, 10:26 Uhr

Washington ohne Strom

Ein Auto in Takoma Park nördlich von Washington hat der Sturm durch einen umgestürzten Baum zerstört. Zoom

Ein Auto in Takoma Park nördlich von Washington hat der Sturm durch einen umgestürzten Baum zerstört. (Bild: Allison Shelley / Getty)

Sturmschäden und Rekordhitze haben am Wochenende rund drei Millionen Amerikaner ins Schwitzen gebracht. Schwere Sommerstürme legten in Teilen des Ostens der USA die Stromversorgung und damit auch die Klimaanlagen lahm. Mindestens 13 Personen kamen bei den Unwettern ums Leben.


Allison Shelley / Getty

Gerd Brüggemann, Washington

Ein schwerer Sturm, der in der Nacht vom Samstag über die amerikanische Ostküste raste und eine Spur der Verwüstung hinterliess, hat vor allem in Washington und in den zahlreichen Vororten in den umliegenden Gliedstaaten Maryland und Virginia erhebliche Schäden verursacht. Das betrifft nicht zuletzt die Stromversorgung. Am Sonntagmittag waren immer noch rund 1,3 Millionen Haushalte ohne Elektrizität.

Der Sturm, der sich erst am Freitag westlich von Chicago gebildet hatte, zog mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h in Richtung Ostküste und liess den Behörden wenig Zeit der Vorbereitung. Obwohl er nur wenig länger als eine Stunde anhielt, waren die Winde stark genug, um Tausende von Bäumen umzustürzen, zahllose Häuser zu beschädigen und Hunderte von Strassen unpassierbar zu machen. Die Zahl der Todesopfer wird amtlich mit insgesamt 13 angegeben.

Sommer- und Winterstürme sind an der amerikanischen Ostküste und in Washington und Umgebung ein regelmässiges Vorkommnis und stellen deswegen eine permanente Bedrohung für die Hauptstadt und ihre Umgebung dar, weil die Infrastruktur vielfach rückständig ist und die Stromleitungen durchweg oberirdisch geführt werden. Trotz der Regelmässigkeit solcher Ereignisse haben es aber weder die Stromversorger noch die staatlichen Stellen bisher für erforderlich gehalten, ihre Systeme zu modernisieren.

Die Folgen sind in den Sommermonaten Juni und Juli erheblich, denn die Einwohner sind in dem subtropischen Klima auf eine funktionierende Klimaanlage angewiesen. Am Sonntagmittag lagen die Temperaturen in Washington weit über 30 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent.

Obwohl die meisten Hauptstrassen befahrbar waren, blieb eine grosse Zahl von Nebenstrassen weiterhin gesperrt. Vor den wenigen offenen Tankstellen bildeten sich lange Autoschlangen. In viele Einkaufszentren, die über eine eigene Stromversorgung verfügen, kamen Tausende von Menschen, die Abkühlung suchten und Steckdosen für ihre Computer. Die Hoffnungen auf eine nachhaltige Verbesserung der Lage sind nicht gross. Wie die Stromversorger und die Behörden am Sonntag mitteilten, kann es bis zu einer Woche dauern, bis die Schäden behoben sind und der Strom wieder fliessen kann.



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