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Tagblatt Online, 6. Juli 2012, 18:15 Uhr

Vier Jahre Haft für frühere RAF-Terroristin

Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker. Zoom

Die frühere RAF-Terroristin Verena Becker. (Bild: Keystone/EPA)

Das Oberlandesgericht Stuttgart hat das Urteil gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker gesprochen. Wegen Beihilfe zum Mord an Generalbundesanwalt Buback 1977 muss sie ins Gefängnis.


(sda/dpa)

Ulrich Schmid, Berlin

Die frühere Terroristin der linksextremen Rote-Armee-Fraktion Verena Becker ist am Freitag vom Oberlandesgericht Stuttgart der Beihilfe zum Mordanschlag auf Generalbundesanwalt Buback 1977 schuldig gesprochen und zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Von diesem Strafmass werden aufgrund einer früheren Verurteilung zweieinhalb Jahre abgezogen. Der Rest wird möglicherweise zur Bewährung ausgesetzt. Die Bundesanwaltschaft hatte eine Strafe von viereinhalb Jahren wegen Beihilfe gefordert; die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Becker war 1977 im Zusammenhang mit dem Buback-Mord wegen mehrfachen Mordversuchs zu lebenslänglichen Haft verurteilt worden. 1989 wurde sie von Präsident von Weizsäcker aus gesundheitlichen Gründen begnadigt. Im April 2008 begannen neue Ermittlungen gegen Becker; 2009 fanden sich Spuren ihres Speichels an Briefmarken auf RAF-Bekennerschreiben. Der Sohn des Ermordeten, Michael Buback, trat in dem Prozess als Nebenkläger auf. Er hat Zeugen ausfindig gemacht, die auf dem Sozius des Motorrads, von dem aus Buback erschossen worden war, eine zierliche Person gesehen haben wollen. Buback glaubt, diese Person könne nur Becker gewesen sein. Buback hat zudem die These vertreten, Becker sei während der Ermittlungen von höherer Stelle geschützt worden, da sie bereits 1977 mit dem Verfassungsschutz zusammengearbeitet habe. Dafür fanden die Richter keine Anhaltspunkte.



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