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Tagblatt Online, 17. Juli 2012, 15:08 Uhr

Syrische Rebellen lancieren landesweite Offensive

Ein brennendes Auto in den Strassen des Viertels Nahr Aisha in Damaskus am Sonntag, 16. Juli. Zoom

Ein brennendes Auto in den Strassen des Viertels Nahr Aisha in Damaskus am Sonntag, 16. Juli. (Bild: Keystone /epa)

Die Oppositionellen der Freien Syrischen Armee sprechen nach dem Ausbruch von heftigen Kämpfen in Damaskus von einem «Wendepunkt» im Aufstand gegen Bashar al-Asad. Unterdessen steigt die Angst, dass dieser chemische Waffen einsetzen könnte.


(sda/afp)

Nach dem Ausbruch heftiger Kämpfe in Syriens Hauptstadt Damaskus glauben die Aufständischen, den «Wendepunkt» erreicht zu haben. Sie riefen eine landesweite Offensive aus.

Die Kommandozentrale der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) in Homs rief am Montagabend in einer Erklärung «in Reaktion auf Massaker und barbarische Verbrechen» der Regierung zu Angriffen auf alle Sitze der Sicherheitskräfte auf.

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(Bild: NZZ)

Ihre Kämpfer sollten alle Kontrollposten der Armee, der Sicherheitskräfte und der Shabiha-Milizen einkreisen und eliminieren. Die «Damaskus Vulkan und Erdbeben Syriens» getaufte Operation sei der «erste strategische Schritt» zum zivilen Ungehorsam in ganz Syrien, erklärte die FSA.

Am Montag war es den Aufständischen nach eigenen Angaben gelungen, die Armee aus zwei Vierteln der Hauptstadt zu vertreiben. Ein Aktivist, der seinen Namen als Abu Musab angab, bezeichnete die Entwicklung als «Wendepunkt» in dem seit März 2011 andauernden Aufstand gegen Präsident Bashar al-Asad.

Armee stellt Panzer um Midan

In Internetvideos war zu sehen, wie Kämpfer hinter Barrikaden aus Sandsäcken Panzerabwehrraketen abfeuerten. Laut Aktivisten zog die Armee Panzer um das nahe dem Stadtzentrum gelegenen Viertel Midan zusammen, das von den Aufständischen kontrolliert wurde.

Kampfhelikopter in Damaskus eingesetzt

Die syrischen Streitkräfte haben bei Gefechten gegen Rebellen in Damaskus nach Angaben von Aktivisten Kampfhelikopter eingesetzt. Bei Kämpfen in den Bezirken Kadam und Hadshar al-Aswad hätten die Helikopter mit schweren Maschinengewehren gefeuert, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Wie Anwohner der Nachrichtenagentur AFP sagten, waren am Dienstag sogar im Stadtzentrum Schüsse zu hören. Auf dem Platz Sabaa Bahrat, wo die syrische Zentralbank ihren Sitz hat, wurde demnach mit Schnellfeuerwaffen geschossen. Die Augenzeugen sagten, Mitglieder der Sicherheitskräfte seien mit Kalaschnikows in der Hand über den Platz gerannt. Auch auf der nahegelegenen Bagdadstrasse wurde demnach geschossen.

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete am Dienstag, syrische Truppen seien weiterhin auf der Jagd nach «terroristischen Elementen» in der Hauptstadt.

Aus dem ebenfalls von den Rebellen gehaltenen Stadtteil Tadamon seien zahlreiche Einwohner in das nahe gelegene palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk geflohen, hiess es aus anderer Quelle.

Warnung vor chemischen Waffen

Unterdessen warnte Syriens früherer Botschafter in Bagdad, Nawaf Fares, vor dem Einsatz chemischer Waffen durch die Regierung. Er sei überzeugt, dass Asad bereit sei, «das gesamte syrische Volk auszulöschen», um an der Macht zu bleiben, sagte Fares dem britischen Rundfunk BBC am Montag.

Sollte er weiter in die Enge gedrängt werden, könnte er auch Chemiewaffen verwenden. Es gebe unbestätigte Berichte, dass in Homs bereits Chemiewaffen eingesetzt worden seien. Der Ausgang des Konflikts sei nun «unvermeidbar», sagte Fares. «Es ist absolut sicher, dass diese Regierung in kurzer Zeit fallen wird.»

Fares, der als Hardliner galt und jahrzehntelang zahlreiche hohe Posten in den syrischen Sicherheitskräften, der Regierungspartei und der Staatsverwaltung inne hatte, hatte sich am Mittwoch von Bagdad nach Katar abgesetzt. Gemäss Gerüchten spekuliert er auf einen Posten in der Regierung nach Asad.



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