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Tagblatt Online, 1. August 2012, 17:31 Uhr

Pentagon-Chef will iranisches Atomprogramm notfalls militärisch stoppen

Leon Panetta (links im Bild) und Ehud Barak (rechts) bei ihrem Besuch der israelischen Raketenabwehr in Aschkelon. Zoom

Leon Panetta (links im Bild) und Ehud Barak (rechts) bei ihrem Besuch der israelischen Raketenabwehr in Aschkelon. (Bild: Keystone/AP)

Der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta hat Israel abermals versichert, dass die USA das vermutete iranische Atombombenprogramm notfalls auch militärisch stoppen werden. Wie bereits Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte auch Barak erneut deutlich, dass sich Israel in dieser Frage von niemandem reinreden lasse.


((dpa/dapd/afp))

Im Atomstreit mit dem Iran hat der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta der israelischen Regierung den Rücken gestärkt. Bei seinem Israel-Besuch bezeichnete Panetta am Mittwoch einen möglichen amerikansichen Militäreinsatz erneut als Option.

Druck auf Teheran

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings, schloss Panetta einen Militärangriff gegen iranische Atomanlagen aus. Bei einer Pressekonferenz mit Israels Verteidigungsminister Ehud Barak im südisraelischen Aschkelon sagte der Pentagon-Chef, zunächst müssten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Der Iran müsse diese jedoch auch nutzen. Panetta bezog sich unter anderem auf Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und den auf Teheran ausgeübten diplomatischen Druck. Den Einsatz der USA für Israels Sicherheit bezeichnete Panetta als «solide wie ein Felsen».

Panetta besichtigte in der Hafenstadt Aschkelon das von den USA mitfinanzierte Abwehrsystem «Eiserne Kuppel» zum Schutz vor dem Raketenbeschuss islamisch-fundamentalistischer Gruppen.

Skepsis bei Barak

Panettas Gastgeber, Verteidigungsminister Ehud Barak, zeigte sich unbeeindruckt. Er äusserte sich sehr skeptisch hinsichtlich der Erfolgsaussichten der amerikanischen Strategie. Die Chance, dass der Iran sich durch Sanktionen und Verhandlungen von seinem Atomkurs abbringen lasse, bezeichnete Barak als «extrem niedrig».

Dabei würden die Sanktionen Teheran gerade die benötigte Zeit verschaffen, die Atombombenentwicklung entscheidend voranzutreiben. «Wir haben alles zu verlieren, während die Zeit mit diplomatischen Bemühungen verstreicht.»

«Israel entscheidet allein»

Wie bereits Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Vorabend machte auch Barak erneut deutlich, dass sich Israel in dieser Frage von niemandem einbinden lasse: «Israel entscheidet allein», ob und wann es den Iran angreife.

Netanjahu sagte bei einem Treffen mit Panetta, es müsse alles unternommen werden, um «das gefährlichste Regime der Welt daran zu hindern, die gefährlichste Waffe der Welt zu entwickeln». Die Zeit für eine friedliche Lösung laufe aus.

Die amerikanische Regierung und ihre Verbündeten sind davon überzeugt, dass Teheran entgegen allen Versicherungen heimlich an der Herstellung von Atomwaffen arbeitet.

Die iranische Führung bestreitet dies entschieden. Sie beharrt auf ihrem Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie und verweist darauf, dass Israel den Atomwaffensperrvertrag im Gegensatz zum Iran nie unterzeichnete.



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