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Appenzeller Zeitung: 7. Juli 2012, 08:57 Uhr , aktualisiert: 7. Juli 2012, 09:03 Uhr

Griechenland fordert mehr Zeit zur Erfüllung von Auflagen

Griechenland will mehr Zeit, um die Sparauflagen zu erfüllen. Der griechische Ministerpräsident Samaras hat zugleich zugesichert, Privatisierungen schneller voranzutreiben sowie eine Steuerreform und den Abbau von Bürokratie voranzutreiben.


(Reuters) Die Regierung des hoch verschuldeten Griechenlands hat von den internationalen Gläubigern mehr Zeit zur Erfüllung der Sparauflagen gefordert. Es gehe nicht um eine Änderung der Ziele, sagte der neue Ministerpräsident Antonis Samaras am Freitag in einer Rede vor dem Parlament.

Über Strategie verhandeln

Er wolle aber über die Strategie verhandeln und benötige mehr Zeit. «Wir müssen die Dinge ändern, die uns hindern, die Ziele zu erreichen. Wir wollen die Rezession bekämpfen», sagte der Regierungschef. Er versprach zugleich, Privatisierungen schneller voranzutreiben sowie eine Steuerreform und den Abbau von Bürokratie. Griechenland soll zudem für Investoren attraktiver werden.

Ohne neue Zahlungen der Gläubigertroika aus Internationalem Währungsfonds, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission könnte Griechenland innerhalb von Wochen seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. Das Land ist aber unter anderem wegen der zwei Parlamentswahlen mit den vereinbarten Schritten im Rückstand.

Scharfe Kritik

Samaras, dessen Regierung sich am Sonntag einer Vertrauensabstimmung stellt, räumte in seiner Rede ein, die Sparziele verfehlt zu haben. Zugleich äusserte er scharfe Kritik an Vertretern anderer Euroländer, die den Rückkehr zur Drachme gefordert hatten, sollte Griechenland die Auflagen nicht erfüllen. Die ausländischen Vertreter dürften die Anstrengungen des Landes nicht untergraben, betonte Samaras. Dies müsse aufhören.

Viele Staats- und Regierungschefs der Eurozone haben klargemacht, dass es bei den Auflagen wenig Verhandlungsspielraum gibt und Griechenland aufholen muss, um weitere Zahlungen zu erhalten. Samaras traf sich am Donnerstag mit der Vertretern der Troika. Regierungskreisen zufolge ging es dabei vor allem darum, in welchen Gebieten das Land hinter dem Zeitplan liegt. Finanzminister Yannis Stournaras kommt am Montag mit seinen Amtskollegen zusammen, um über die Krise zu sprechen.



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