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Tagblatt Online, 1. August 2012, 18:00 Uhr

Erstmals Kämpfe im Christenviertel

Nahe der christlichen Altstadt von Damaskus sind erstmals Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und Rebellen aufgeflammt. Die Schiessereien ereigneten sich an den Rändern der Stadtteile Bab Tuma und Bab Sharki, teilten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mit.


((sda/dpa/afp))

Nahe der christlichen Altstadt von Damaskus sind erstmals Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und Rebellen aufgeflammt. Die Schiessereien ereigneten sich an den Rändern der Stadtteile Bab Tuma und Bab Sharki, teilten die Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London mit.

Gefechte in diesen Gebieten habe es zuvor noch nicht gegeben, da die Rebellen zu den Vierteln bisher keinen Zugang gehabt hätten, teilte die Organisation mit. Ersten Meldungen zufolge sei ein Regierungssoldat getötet worden.

Militärposten angegriffen

Nach Angaben eines Augenzeugen griffen die Aufständischen zudem am frühen Morgen einen Militärposten ausserhalb von Bab Sharki an. Einer AFP-Korrespondentin zufolge war die Lage am Vormittag rings um die christlich geprägten Viertel zunächst wieder ruhig.

Die Bezirke waren in der Vergangenheit auch Schauplatz von Unterstützer-Demonstrationen für die syrische Führung unter Staatschef Bashar al-Asad. Die Christen machen in Syrien etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus.

Syriens Schicksal hängt an Schlacht gegen Rebellen

Der Kampf gegen die Rebellen entscheidet nach den Worten von Syriens Präsident Bashar al-Asad über das Schicksal des Landes. In einer schriftlichen Erklärung pries er die Kampfbereitschaft seiner Soldaten gegen die Aufständischen, die er als «kriminelle Terroristenbanden» bezeichnete.

«Das Schicksal unseres Volkes und unserer Nation – in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – hängt von dieser Schlacht ab», erklärte Asad. Der Präsident hat sich seit zwei Wochen nicht mehr in der Öffentlichkeit geäussert – seit bei einem Anschlag in der Hauptstadt Damaskus führende Sicherheitskräfte getötet wurden.

«Mein Vertrauen in Euch ist gross», sagte Asad an die Adresse der Soldaten anlässlich des Tages der Armee. «Auch das Vertrauen unseres Volkes ist gross, dass ihr die Verteidiger seiner gerechten Sache seid.» Die Soldaten seien die Anwälte der Werte des Volkes, sagte der Präsident.

Machtübernahme von Islamisten befürchtet

Dem Aufstand gegen das Regime von Asad stehen die meisten von ihnen reserviert gegenüber, da sie in Syrien formal mit der muslimischen Mehrheitsbevölkerung gleichgestellt sind. Sie befürchten daher eine Machtübernahme von Islamisten.

In der nördlichen Metropole Aleppo gingen die Kämpfe in der Nacht zum Mittwoch mit unverminderter Härte weiter. Die Regimetruppen griffen den südwestlichen Bezirk Salaheddin an, wurden aber von den Rebellen nach deren Angaben zurückgeschlagen.



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