Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 23. Juli 2012, 20:50 Uhr

Drohung mit Chemiewaffen-Einsatz

Die Führung in Damaskus hat damit gedroht, im Falle eines «ausländischen Angriffs» auch Chemiewaffen einzusetzen. Zugleich wurde der Vorschlag der Arabischen Liga für einen Rückzug von Staatschef Asad im Gegenzug für freies Geleit ins Ausland zurückgewiesen.


((sda/afp/Reuters))

Es würden «niemals» Chemiewaffen «gegen unsere eigenen Bürger» eingesetzt werden, «nur im Fall einer ausländischen Aggression», sagte der Sprecher des syrischen Aussenministeriums, Jihad Makdessi, in Damaskus. Zugleich lehnte der Sprecher den Vorschlag der Arabischen Liga für einen Rückzug von Staatschef Bashar al-Asad im Gegenzug für freies Geleit ins Ausland ab.

In den letzten Wochen waren Befürchtungen laut geworden, die Regierung könnte die Waffen gegen Regimegegner anwenden oder diese könnten in die Hände von Rebellen gelangen. Experten gehen davon aus, dass Syrien im Besitz von Nervenkampfstoffen, Senfgas sowie Scud-Raketen ist, mit denen die Chemikalien verbreitet werden können. Dazu kommen hochentwickelte konventionelle Waffen wie Panzerabwehrraketen und tragbare Flugabwehrraketen.

Bilderstrecke: Flucht aus Syrien

Tausende von Menschen fliehen vor den Kämpfen in Syrien in die Nachbarstaaten.

Verlagerung der Chemiewaffen

Aus amerikanischen Geheimdienstkreisen verlautete, dass Syrien Chemiewaffen vom Norden des Landes, wo heftige Kämpfe toben, verlagert habe. Damit hätten die Waffen einerseits gesichert und andererseits zusammengelegt werden sollen. Andererseits sei in allen Einrichtungen eine erhöhte Aktivität festzustellen, was als beunruhigend gewertet wurde.

Die Lage in der Hauptstadt, wo Aufständische ganze Stadtviertel unter ihre Kontrolle gebracht hatten, verbessere sich, sagte der Sprecher des Aussenministeriums in einer vom Fernsehen übertragenen Medienkonferenz. Die Situation werde sich innerhalb von Tagen normalisieren.

Heftige Kämpfe in Aleppo

Kämpfer der syrischen Opposition haben am Montag ihre Offensive in der nordwestlichen Millionenstadt Aleppo fortgesetzt. Nach Angaben von Aktivisten kam es am Morgen zu heftigen Gefechten. Mehrere im Internet veröffentlichte Videos zeigten Rebellen, die neben einem brennenden Panzer der Regierungstruppen jubelten und beteten. In anderen Aufnahmen waren Aufständische zu sehen, die mit einem offenbar eroberten Panzer herumfuhren.



Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein.
Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren.



Leser-Kommentare:
1 Beitrag
unangan (23. Juli 2012, 21:57)
"Drohung mit Chemiewaffen-Einsatz"

Die Medien, vielleicht unterwandert von USA-Lobyisten... wollen nun mit einen "Waffenchemischen Einsatz drohen....???....
Mal ehrlich.... auch des Aussenminsters der USA waren solche "Einwände" bei der UNO die entscheidende "Lüge" um im Irak endlich die "fahrenden Chemielaster" auszuschalten.
Wenn nun die Drohung eines Chemie-Einsatz`s als Argument eingesetzt wird... ist dies auf der gleichen "Schiene" der diplomatischen Schaumschlägerei, die zum Untergang des Iraks-Herrschers führte.
Sie, die Herrschenden im Syrien haben gelernt.
Mit der Aussicht, dass die westlichen Staaten weder die Geldmittel, noch die Unterstützung der UNO haben.
Was für eine "irre" Weltpolitik, die nicht mehr allein von den USA bestimmt wird. Und dies als Agnostiker bemerkt: "Gott sei Dank"....

Beitrag kommentieren

Anzeige:

Gewinnspiel Tippen Sie mit

Ostschweizer Trauerportal

tagblatt.ch / leserbilder