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Tagblatt Online, 5. August 2012, 19:58 Uhr

Aleppo fürchtet Grossoffensive

Das syrische Regime hat am Wochenende seine Truppen um die strategisch wichtige Stadt Aleppo verstärkt. Vieles deutet auf eine bevorstehende Grossoffensive. Der Bürgerkrieg tobt aber nicht allein in Aleppo.


Monika Bolliger, Beirut

Am Wochenende haben syrische Sicherheitskräfte von Rebellen kontrollierte Viertel unter Dauerbeschuss genommen. Aus syrischen Sicherheitskreisen hiess es, Truppen im Umfang von 20 000 seien um Aleppo positioniert und bereit für eine geplante Grossoffensive. Davor hatte das Regime die Rückeroberung von Damaskus verkündet.

Das letzte Viertel der Hauptstadt sei von Terroristen gesäubert worden. In der Vergangenheit haben solche «Säuberungen» aber nie lange gehalten. Laut oppositionellen Berichten über Bombardierungen und Tote gehen derweil die Kämpfe unter anderem in Hama, Deir az-Zur, Idlib und Homs weiter. Allein am Samstag wurden über 200 Tote verzeichnet, die Hälfte von ihnen Zivilisten.

Beim Beschuss des zentralen Salaheddin-Viertels von Aleppo haben die Sicherheitskräfte laut oppositionellen Quellen auch historische Gebäude getroffen. Aktivisten in Aleppo berichteten am Sonntag gar, die Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert sei bombardiert worden. Es ist schon öfters vorgekommen, dass sich Rebellen in historischen Gebäuden verschanzten, welche dann von Truppen Asads unter Beschuss genommen wurden – unter anderem das Crac des Chevaliers, die berühmte Kreuzritterburg nördlich von Homs, wobei die Kapelle im Inneren beschädigt wurde.

Der Chef der syrischen Exilopposition, Abdelbasset Saida, sagte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview, er sei bereit, mit Regierungsvertretern zu verhandeln, wenn Asad und dessen Clique die Macht abgeben würden. Nach dem Scheitern des Friedensplans von Kofi Annan scheint aber eine politische Lösung des Konflikts unwahrscheinlicher denn je.

Für Verwirrung sorgte die Meldung der Entführung von 48 Iranern in Damaskus – laut Teheran waren es Pilger. Oppositionelle fragten, wer wohl in diesen Zeiten nach Damaskus pilgere. Ein Video syrischer Rebellen, welches vom Sender al-Arabiya ausgestrahlt wurde, soll die entführten Iraner zeigen sowie – verschwommen – den Pass und den Waffenschein eines der Entführten. Die Rebellen behaupten, einige der Iraner gehörten den berüchtigten Revolutionsgarden an. Iran hat die Türkei und Katar um Hilfe gebeten, um über die Freilassung der Geiseln zu verhandeln. Die Entführung zeigt jedenfalls, dass es mit der vom Regime proklamierten Kontrolle der Hauptstadt nicht allzu weit her ist.



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Leser-Kommentare:
1 Beitrag
bide (05. August 2012, 19:32)
Und wieder die "Rebellen"

Ich kann es nicht mehr hören. "Die Rebellen....". leute, das sind von Saudiarabien, Katar und der Türkei eingeschleuste Söldner, die das Land destabilisieren und den Kampf gegen die Regierungstruppen führen sollen, unterstützt und bezahlt von der CIA, d.h. der USA.
Es gibt zwar Kämpfe und die heftig, doch keineswegs in dem rahmen, wie hier berichtet wird. In Alepo haben die Regierungstruppen die Oberhand, die Terroristen wurden zersplittert und haben kaum mehr eine Chance, heil davon zu kommen.
Was wir hier lesen, sind die Zustände, wie sie der Westen gerne hätte, aber leider nicht die Tatsachen.
Zur Orientierung: Die Beonachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London ist ein Einmannbetrieb ohne Büro.
Die grässliche Fotos sind gestellt und in Katar produziert, wie auch die meisten Videos.
Das Einzige was den Tatsachen entspricht ist, dass die Terroristen morden, plündern brandschatzen und vergewaltigen!

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