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Tagblatt Online, 23. April 2012, 01:05 Uhr

Stillstand beim Abbruch der Grosssägerei

Der Ostschweizer Holzmarktbericht kritisiert die Lage der Grosssägerei in Domat/Ems. Die Abbrucharbeiten gehen nicht voran.


ST. GALLEN. Bis Ende Januar hätte die Klausner Holz Thüringen GmbH, eine Tochter der österreichischen Klausner-Holzgruppe, die Anlagen der Grosssägerei in Domat/Ems, die sie im vergangenen Juni für 20,05 Millionen Franken ersteigert hatte, abbauen müssen. Dies wurde am 27. Juli 2011 mit der Konkursverwaltung vertraglich so festgehalten. Im aktuellen Holzmarktbericht heisst es dazu: «Doch passiert ist auf dem Gelände bis jetzt nichts.»

Weitere Abklärungen

Dass Klausner mit den Abbrucharbeiten nicht vorwärtsmache, habe einen einfachen Grund: Der Druck fehle. Denn die Tiroler Pfeifer-Gruppe, die am 22. September das Baurecht am Sägereiareal für 2,05 Millionen Franken ersteigert habe, sei nicht an einem schnellen Abbau interessiert. Sie habe klar kommuniziert, dass sie weitere Abklärungen treffen wolle, bevor sie entscheide, ob der Sägereistandort in Domat/Ems tatsächlich erhalten bleibe. Sie habe damit Klausner signalisiert, dass dieser sich nicht zu beeilen brauche.

Gemeinde verzichtet auf Zins

Weiter heisst es im Holzmarktbericht, dass für Pfeifer mit der Verzögerung keine zusätzlichen Kosten anfielen, verzichte doch die Gemeinde Domat/Ems vorläufig auf den Baurechtszins von monatlich fast 30 000 Franken.

Wetter macht zu schaffen

Ein anderes Thema, auf das der Holzmarktbericht eingeht, ist das Wetter. Die warme Witterung im März habe eine Holzabfuhr ohne grössere Einschränkungen zugelassen. Ende März sei bereits ein Grossteil der Holzmengen abgeführt worden.

Ab Mitte März musste aber das im Wald gelagerte Holz bereits werterhaltend behandelt werden. Befallenes Wiesenholz werde zurzeit vordringlich abgeführt und die meisten Sägewerke seien aufgrund des weit fortgeschrittenen Frühlings sehr gut mit Rundholz eingedeckt. Die Lage dürfte für die grösseren Sägewerke, welche auf eine laufende Versorgung über das ganze Jahr angewiesen sind, in den kommenden Monaten problematisch werden. Hier zeichne sich ein Versorgungsengpass für die Monate Juni und Juli ab. In den Gebirgslagen sei im letzten Winter so viel Schnee gefallen, dass eine Holznutzung an vielen Orten nicht möglich war. Diese Holzmengen würden den Sägewerken fehlen. Die Nachfrage nach frischem Nadelrundholz sei gross. Verschiedene Ostschweizer Betriebe benötigten laufend Frischholz. Die Waldwirtschaft sollte die Zeit nutzen und bei Nachfrage Holz bereitstellen. (red.)



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