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NZZ Online, 1. Februar 2012, 05:46 Uhr

Mitt Romney durchbricht die Schallgrenze

Klarer Sieg vor Konkurrent Gingrich in den Vorwahlen in Florida

Klarer Sieger in Florida: Mitt Romney kann seine republikanischen Konkurrenten distanzieren. Zoom

Klarer Sieger in Florida: Mitt Romney kann seine republikanischen Konkurrenten distanzieren. (Bild: Keystone / AP)

Mitt Romney hat mit einem klaren Sieg in Florida und einem erstmaligen Resultat nahe an der 50-Prozent-Marke seinen Anspruch auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur unterstrichen. Er verwies seinen Hauptrivalen, Newt Gingrich, mit 15 Prozentpunkten Vorsprung auf den zweiten Platz.

Peter Winkler, Miami

In der republikanischen Vorwahl in Florida hat Mitt Romney zum ersten Mal seine bisherigen Resultate deutlich übertroffen und ist in Griffweite der 50-Prozent-Marke gekommen. Mit über 46 Prozent lag Romney klar vor dem zweitplacierten Newt Gingrich mit knapp 32 Prozent der Stimmen. Die beiden anderen Kandidaten, Rick Santorum und Ron Paul, folgten weit abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Ohne jede Siegesschance hatten sie in Florida gar keinen ernsthaften Wahlkampf geführt, denn der «Sunshine State» spricht alle 50 Delegierten für die Wahl des republikanischen Präsidentschaftskandidaten dem Sieger der Vorwahl zu.

Kratzen an den 50 Prozent

Romney machte damit nicht nur seinen bösen Ausrutscher in South Carolina vor zehn Tagen wieder gut, wo er deutlich gegen Gingrich verloren hatte. Er schaffte es auch erstmals, aus seinem bisherigen «Gefängnis» von maximal einem Viertel der Stimmen auszubrechen und mehr Stimmen zu erhalten als seine beiden wichtigsten Rivalen zusammen. Er scheiterte zwar an der magischen 50-Prozent-Marke, doch er kam ihr verlockend nahe. Das bisher durchaus gültige Argument seiner Gegner, das Rennen sei noch völlig offen, weil die grosse Mehrheit der republikanischen Wähler je gegen Romney eingestellt sei, begann in Florida erstmals zu wanken.

Entsprechend «präsidial» gab sich Romney in seiner Siegesrede vor seinen Anhängern in Tampa. Er gratulierte seinen Rivalen zu «bemerkenswerten Leistungen» und rief die Republikaner im Hinblick auf die Wahl im November zur Einigkeit auf. An die Adresse der Demokraten meinte er warnend, die heftige Auseinandersetzung zwischen den republikanischen Kandidaten werde die Republikanische Partei nicht spalten, sondern für das grosse Duell im Herbst stählen und damit den Weg für den Sieg bereiten.

Gingrich ohne Grösse

Vor einem bedeutend kleineren und etwas verzweifelt kampflustig wirkenden Publikum in Orlando gab sich der grosse Verlierer des Abends trotzig und ohne Grösse. Gingrich verlor kein Wort der Anerkennung für den Sieger Romney; vielmehr schien er das Resultat in Florida möglichst schnell vergessen zu wollen und entwarf stattdessen kühne Pläne für seinen ersten Tag im Amt des Präsidenten.

Gingrich war aber auf die Niederlage offensichtlich vorbereitet und hatte seine Anhänger mit Plakaten ausgerüstet, auf denen er unterstreichen liess, es verblieben immer noch 46 Staaten für weitere Vorwahlen. Er kündigte an, bis zuletzt im Rennen zu bleiben und einen siegreichen «Wahlkampf des Volkes» zu führen, gegen das Establishment auch der eigenen Partei und gegen «das grosse Geld».

Die Vorwahl in Florida, dem nach Bevölkerung viertgrössten Gliedstaat der USA, hat laut Gingrich den Beweis geliefert, dass sich die republikanische Ausmarchung nun auf einen Zweikampf zwischen ihm und Romney reduzierte, zwischen dem Führer des wahren konservativen Lagers und einem «Massachusetts moderate» – wobei Gingrich diesen Begriff durchaus als Schmähwort gebraucht. Der drittplacierte Santorum widersprach von der Seitenlinie her umgehend und meinte, Gingrich habe mit seiner Niederlage in Florida die Chance verspielt, sich als die einzige konservative Alternative zu Romney zu positionieren.

Video: Romney gewinnt Vorwahl in Florida





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