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Tagblatt Online, 19. Februar 2012, 03:13 Uhr

Erste Absetzbewegungen im Romney-Lager

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Thomas J. Spang

DeWine

Erste Absatzbewegungen in Camp Romney. Im Schlüsselstaat Ohio, der am Super-Dienstag (6.3) der große Preis im Rennen um die republikanische Präsidentschafts-Nominierung ist, hat der einflussreiche Generalstaatsanwalt Mike DeWine die Seiten gewechselt.

“Ich hatte Romney unterstützt, weil ich dachte, er habe die beste Chance Barack Obama zu schlagen,” erklärte er seinen spektakulären Sinneswandel auf einer Kundgebung mit Rick Santorum in Georgetown, zu der fast 800 Interessierte kamen.  ”Ich habe mich vertan. Ich habe meine Meinung geändert,” bekannte der beliebte Republikaner. Warum? “Gouverneur Romney ist eine nette Person, aber er kann im Herbst nicht gewinnen. Umgekehrt ist hinreichend klar geworden, wer gewinnen kann. Und das ist Rick Santorum.”

DeWine ist einer  der ersten Politiker aus dem Establishment, der sich aus Enttäuschung über die schwache Figur Romneys von dem gesetzten Kandidat abwendet. Falls der Gouverneur es nicht schafft, in seinem Geburtsstaat Michigan zu gewinnen, könnten weitere Republikaner aus dem Führungskader das dann sinkende Schiff verlassen.

Santorum dankte seinem neuesten Fanüberschwenglich. “Wie heißt es doch gleich?” fragt der erzkonservative neue Spitzenreiter in den nationalen Umfragen seine enthusiastischen Zuhörer. “Wohin Ohio geht, dorthin folgt die Nation.”

Letzte Umfragen sehen Santorum im Schnitt um 7,3 Prozent vor Romney. In Michigan führt Santorum mit 8,2 Prozent.

Bemerkenswert an der Entwicklung: Romneys Hauptargument, seine Wahlchancen gegen Obama, zieht nicht mehr. Da er bisher einen sehr negativen Wahlkampf gemacht hat und es versäumte, zu erklären, wofür er selber steht, kämpft er nun um sein Überleben. Nicht so einfach gegen einen Überzeugungstäter wie Santorum, der die weit nach rechtsgerückte Parteiseele emotional ganz anders erreicht als der Technokrat aus Massachusetts.

 





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