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Tagblatt Online, 16. Juli 2012, 09:55 Uhr

St.Gallen hat seinen kleinen Boban

Super League FC St.Gallen - BSC Young Boys Zoom

St. Gallens Dejan Janjatovic (vorne) gegen Mario Raimondi. (Bild: Michel Canonica)


Es sind zwar lediglich die ersten 90 Minuten vorbei, aber die Reaktionen von Spielern und Publikum zeigen deutlich: So richtig Spass macht Fussball halt doch nur ganz oben. Auch ist längst noch nicht abzusehen, wie das Abenteuer enden wird. Aber fürs erste kann man sagen: Der FC St.Gallen ist in der Super League angekommen – schneller, als es ihm viele Zweifler zugetraut haben. Dies gilt überraschenderweise für den Jüngsten in der Mannschaft von Trainer Jeff Saibene: Dejan Janjatovic zeigte im zentralen Mittelfeld an der Seite des überragenden Stéphane Nater ein erstaunliches Spiel. Nichts deutete darauf hin, dass der 20-Jährige im vergangenen halben Jahr lediglich auf Stufe 1. Liga zum Einsatz gekommen war. Janjatovic sagt sogar, die Spiele mit der St.Galler U21 hätten ihm viel gebracht. «Auch weil ich das eine oder andere Tor erzielen konnte», fügt er mit einem Schmunzeln an.

Ein Mann für die Gestaltung

Janjatovic hatte keine Anlaufschwierigkeiten. Er begann konzentriert und diszipliniert und ging vorerst – wie vom Trainer verordnet – keine allzu grossen Risiken ein. Schnell sahen die 12 893 Zuschauer in der AFG Arena aber: Janjatovic ist keiner, der auf Spielzerstörung aus ist. Er will gestalten, er will die Stürmer ins Spiel bringen. Vielversprechende Ansätze dazu waren da, aber «wenn Oscar Scarione ganz fit ist, werden wir in der Offensive noch gefährlicher», verspricht der ehemalige deutsche Junioren-Internationale. Auch von kleinen Rückschlägen liess sich Janjatovic nicht aus dem Konzept bringen. Ihm war durchaus bewusst, dass sein unglücklicher Pass am Ursprung des Gegentreffers stand. Aber auch daraus nimmt er Positives mit, «jetzt hat jeder im Team gesehen, dass auf diesem Niveau jeder Fehlpass bestraft wird».

Das Vertrauen des Trainers hatte sich der Mittelfeldspieler bereits in der Vorbereitung erarbeitet. Saibene nennt ihn liebevoll «Boban». Und vergleicht ihn damit mit Zvonimir Boban, dem legendären Spielgestalter des kroatischen Nationalteams und der AC Milan. «Er ist natürlich noch ein paar Stufen darunter», so Saibene mit einem Lachen, «aber er hat viel Potenzial.» Janjatovic soll weiter behutsam aufgebaut werden, dieses Juwel darf man nicht verheizen.

Doktor Cavusevic

Ein anderer Hoffnungsträger fehlte aus eigenem Verschulden. Stürmer Dzengis Cavusevic versuchte sich eine Warze am Fuss zu entfernen. Folge der «Operation»: Der 24jährige Slowene kann mit dem Fuss nicht mehr auftreten. Er fehlt eventuell auch in Lausanne.

Thomas Werner



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